Fasching in Ilmenau: Das ist Tanzen und Turnen

Ilmenau.  In Ilmenau ist der Mittelmeer-Fasching ausgebrochen. Der Ilmenauer Karnevalklub lud zum Tanz-Reigen ein. Eine Büttenrede durfte wohl nicht sein.

Die Damen aus Oehrenstock legten einen erotischen Tanz auf das Parkett

Die Damen aus Oehrenstock legten einen erotischen Tanz auf das Parkett

Foto: André Heß

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein berauschendes und begeisterndes Programm lieferte der Ilmenauer Karnevalklub (IKK) am Samstag zum Mittelmeer-Fasching in der Festhalle ab. Schien es noch eine halbe Stunde vor Beginn, dass mehr Menschen auf der Bühne stehen würden, als im Publikum sitzen, so glätteten sich noch rechtzeitig die Wogen. Zeremonienmeister Toralf Asche erwartete noch einen Bus mit Feierwütigen. Verdient hatten die Akteure jeden einzelnen Besucher ihres Programms, das einem Reigen an Tänzen gleichkam.

Unterbrochen nur von einem Malle-Liedgut und gewagter Akrobatik in den Lüften. Mit dem Tanzen geht es beim IKK schon ab vier Jahren los, da ist man längst noch nicht in der Schule, aber schon bis weit nach spät im Rampenlicht. Perfekt eingekleidet und trainiert, merkt man den jüngsten Mädels auch den Spaß an, den sie auf der Bühne haben und verbreiten. Viele neue Künstler seien in diesem Jahr dazugekommen, hieß es, fast ganz neu war die Besetzung der Ilm-Angels von der Uni, die ihre Partnerinnen werfen und fangen, und das möglichst so hoch und weit, wie es die Bühne hergibt. Dass dies am Ende auch unfallfrei geschehen ist, lässt jeden Zuschauer tief durchatmen.

Auf der Suche nach Atlantis

Den Reigen der Tänze eröffnete die Prinzengarde mit ihrem Gardemarsch, dann setzten die Pünktchen ihre Fische in Szene, bevor die Kindergarde das versunkene Atlantis aufstöberte und anschließend noch einen anstrengenden Gardetanz auf das Parkett legte. Fast schon professionell wurde es mit dem Tanzstudio Linie 1. Und bei jedem Abgang gab es einen Malle-Kracher vom DJ mit auf die Ohren und das Abklatschen mit dem Zeremonienmeister. Der hat wohl nach dem Programm erstmal seine Hände in eine Eistonne gehalten. Zwei Sangria-Boys von der Lieblingsinsel der Deutschen kamen dem Spruch nach: „Mach ma Mucke“ und depperten durch das Programm. Fünf Tanzmariechen wollten gar nicht wieder aufhören, Rad zu schlagen. Selbst die Männerwelt lässt sich schon seit langem von den Tänzen anstecken. Und sobald ein Männerballett in Ilmenau auf die Bühne tritt, tritt es nicht ohne eine Zugabe wieder ab. Da waren die Island-Boys aus Heyda genauso erfolgreich wie die Gag-Tänzer und das Männerballett des IKK. Letztere probten schon mal den Ernstfall und kamen mit der Feuerwehr in die altehrwürdige Halle, die bald dem Abriss geweiht ist. Also, nach der Rosenmontags-Abschlussfete.

Der Showtanz der Prinzengarde führte quer durch Europa und war hübsch anzusehen in seinen Kostümen und Bewegungen. Da sang der Zeremonienmeister sogar hinter der Bühne mit ins Mikrofon, musste sich dann aber beim Spanischen geschlagen geben.

Nach reichlich zwei Stunden Programm, die Partyfreudigen jüngeren Alters waren inzwischen auch schon eingetroffen, holte Toralf Asche noch einmal alle Akteure auf die Bühne. Nur war kein einziger Büttenredner dabei, weil auch keiner vorher aufgetreten ist. Und noch einmal erklang das Schunkellied „An der Ilm müsst man geboren sein“. Dann war der Weg frei für den DJ der Nacht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.