Großbreitenbach: Ferienparkbetreiber will Erneuerungskurs fortsetzen

Die Anlage in Großbreitenbach ist in dieser Saison gut ausgelastet. Weitere Bungalows sollen saniert werden.

Der Ferienpark in Großbreitenbach erfreut sich in dieser Saison einer guten Frequentierung.

Der Ferienpark in Großbreitenbach erfreut sich in dieser Saison einer guten Frequentierung.

Foto: Arne Martius / Archiv

Großbreitenbach. Auf eine gute Saison blickt der Wohnmobil-Ferienpark in Großbreitenbach zurück - trotz, oder gerade wegen der Coronakrise.

Ganz genau lässt sich das nicht sagen, doch der Trend hin zum Urlaub in Deutschland, verbunden mit einer eigenen oder geliehenen mobilen Unterkunft, ist auch am Süden des Ilm-Kreises nicht spurlos vorbeigegangen. „Wir waren durchweg gut gebucht“, stellt Leiter Bernd Staude im Gespräch mit unserer Zeitung fest.

Seit die Anlage am 12. Mai wieder öffnen durfte, hielten sich die Betreiber an die Auflage, maximal 60 Prozent der Kapazität zu nutzen, was vielen Besuchern freilich nicht unangenehm war, erinnert sich Staude an Gespräche mit Campern. „Nicht jeder will in seinem Urlaub wissen, was beim Nachbarn zum Frühstück für eine Marmelade auf dem Tisch steht“, merkt er schmunzelnd über die großzügigen Platzverhältnisse an.

Neue idyllische Anlagen

Auch die Aufenthaltsdauer fiel in dieser Saison etwas länger aus. Bestes Beispiel dafür war eine Familie aus den Niederlanden: Ursprünglich wollten sie auf der Durchreise nur drei Tage verweilen, daraus wurden am Ende 24. „Wir haben ja auch einiges zu bieten: Gut ausgebaute Radwege, herrliche Natur und Ausflugsziele, die problemlos an einem Tag zu erreichen sind“, ist Bernd Staude von der Lage zwischen Ilmenau und Schwarzatal überzeugt.

Die verordnete Schließzeit vor der Wiedereröffnung im Frühjahr haben die Betreiber für grundlegende Erneuerungsarbeiten auf dem Platz genutzt. „Wir haben viel Geld ausgegeben in den zwei Monaten“, sagt Bernd Staude.

Sechs Bungalows wurden innen komplett renoviert und auch ein ganz neues Objekt ist entstanden: das Trollhaus als urige Übernachtungsmöglichkeit ganz aus Holz - eine Eigenkreation der Zimmerei Staude aus Altenfeld.

Dass der Hingucker auf dem Campingplatz überhaupt entstanden ist, war dem Zufall zu verdanken. Im Februar ließ starker Wind acht Bäume auf einen betagten Bungalow fallen, der dabei zerstört wurde. An dieser Stelle wurde ein Neubau genehmigt, während der eigentliche Bebauungsplan für die gesamte Fläche noch in Arbeit ist.

Den Gästen bleiben die Investitionen der TFG Thüringen Tourist U.G. - einem von der Manfred-Koch-Stiftung gegründeten Unternehmen - nicht verborgen.

In Bewertungsportalen im Internet äußern sich viele von ihnen anerkennend darüber, dass die schon immer idyllisch gelegene Anlage nun auch Stück für Stück ihr etwas angestaubtes Erscheinungsbild verändert. „Dieser Platz lebt von der absoluten Freundlichkeit seiner Mitarbeiter.

Diese Herzlichkeit lässt uns die kleinen Macken des Platzes vergessen und wir sind gespannt, was sich bei unseren nächsten Besuch alles verändert haben wird“, schrieb erst vor wenigen Tagen ein Gast.

Pläne jedenfalls haben die Betreiber. Sie wollen ihren Sanierungskurs bei den Bungalows fortsetzen und weitere Vorhaben verwirklichen, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig ist.

Über Weihnachten und Silvester sind die festen Übernachtungsmöglichkeiten schon ausgebucht und die ersten Wohnmobilisten haben für den Jahreswechsel bereits Reservierungen vorgenommen.

Platz für einen Kurzurlaub im Herbst haben die Verantwortlichen bei der Thüringen Tourist jedenfalls noch in den kommenden beiden Monaten. Von den insgesamt 60 Stellflächen, die derzeit ohnehin nicht vollständig ausgelastet werden dürfen, waren am vergangenen Wochenende 23 mit Fahrzeugen belegt.

Unter den Gästen begrüßten die Mitarbeiter diesmal sogar einen prominenten Besucher: Der Olympiasieger im 800-Meter-Lauf, Nils Schumann, machte mit Freunden Station in Großbreitenbach.

Doch es gibt nicht nur eitel Sonnenschein über dem Campingplatz. Die mit Lärm verbundenen Umbaumaßnahmen am Glaswerk in Großbreitenbach sorgten für Beschwerden in der Rezeption. Mancher reiste deswegen auch vorzeitig ab, bedauert Bernd Staude.

Und dass das benachbarte Freibad mit der größten Fläche im gesamten Ilm-Kreis Ende August schloss, fanden ebenso Besucher unglücklich, die sich gerade in den vergangenen warmen Tagen noch einmal abkühlen wollten, weiß der Platzverantwortliche aus Unterhaltungen mit Gästen.

Gastronomien in der Krise

Ein Thema ist bereitet Bernd Staude darüber hinaus Kopfzerbrechen: Das ist die Situation der Gastronomie in der Region. Denn nicht immer kann er Besuchern wegen unregelmäßiger Öffnungszeiten uneingeschränkt ein Lokal empfehlen. „Das müssen wir mal angehen, wenn wir im Bereich Tourismus besser werden wollen“, ist er überzeugt.

Als Lokalpolitiker und Ortsteilbürgermeister von Böhlen will Staude darüber mit seinen Kollegen in der Stadt Großbreitenbach ins Gespräch kommen.