Ilmenauer Fraktion kritisiert Eingriffe in die Natur

Im Ilmenauer Stadtrat wird über die Zukunft der Fischerhütte abgestimmt. Grüne und Bürgerbündnis schätzen Bebauungsplan als „nicht zeitgemäß“ ein.

Aus der Fischerhütte soll ein internationaler Campus werden. Damit verbundene Eingriffe in die Natur stehen in der Kritik.

Aus der Fischerhütte soll ein internationaler Campus werden. Damit verbundene Eingriffe in die Natur stehen in der Kritik.

Foto: Arne Martius

Ilmenau. Vor der Abstimmung im Stadtrat über den Bebauungsplan des ehemaligen Glaswerks Fischerhütte in Ilmenau hat die Fraktion von Bürgerbündnis / Die Grünen ihre Kritik an den mit dem Vorhaben verbundenen Eingriffen in die Natur erneuert.

„Zum einen begrüßt die Stadtratsfraktion [...] sehr, dass das Gelände nun nach vielen Jahren als Bindeglied zwischen Stadt und Universität entwickelt werden soll. Zum anderen hat die Fraktion aber erhebliche Bedenken rund um den Nachhaltigkeitsaspekt des Bebauungsplans“, erklärte Fraktionsvorsitzende Madeleine Henfling.

Ihrer Einschätzung nach wurde das Projekt im Jahr 2017 von der Stadtverwaltung ohne Beteiligung des Stadtrats und der Bürger in Auftrag gegeben. Eine Analyse zum Hochwasserschutz wurde erstellt, die „bis jetzt weder den Stadträten noch der Öffentlichkeit bekannt“ sei.

Das Konzept ist die Voraussetzung dafür, dass die Fischerhütte aus dem ausgewiesenen Überflutungsgebiet herausgenommen wird, um auf dem Gelände einen internationalen Campus zu errichten. Damit verbunden ist die Fällung von Bäumen und ein Ausbau des Betts der Ilm. Die Fraktion befürchtet zudem eine Versiegelung des Gebiets.

Die Planungen für die Bebauung des Areals Fischerhütte seien unter dem Aspekt des Klimawandels nicht zeitgemäß. Steigende Temperaturen führten zu stärkeren Wetterphänomenen. „Aus den schönen Sonnentagen wird eine Dürreperiode und aus dem Gewitterschauer Starkregen mit Überschwemmungen, diese Wetterphänomene lassen sich [...] auch in Ilmenau beobachten“, schätzte Henfling ein.

Um diese Ereignisse abzuschwächen sei es wichtig, die Vegetation zu erhalten, „da sie bei Hitze wie eine Klimaanlage und bei Starkregen wie eine Wasserbremse wirken“, so die Grünen-Politikerin. Bauamtsleiter Thomas Schäfer entgegnete, dass das Flussbett wegen Starkregenereignissen verbreitert werden müsse und verwies auf die Neuanpflanzung von 79 Bäumen.

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