Froh klingende Botschaft über anderthalb kurzweilige Stunden

Martinroda.  Voller Spannung und mit Hingabe das musikalisch-musikantische Erzählen der ewig jungen Weihnachtsgeschichte in Martinroda erlebt.

Die Martinrodaer Kirche war zum Adventskonzert bis zur dritten Empore gefüllt.

Die Martinrodaer Kirche war zum Adventskonzert bis zur dritten Empore gefüllt.

Foto: Karl-Heinz Veit

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Das Feiern der „Bergweihnacht“ in der Martinrodaer Kirche am Fuße des Veronikaberges lockte wieder scharenweise Gäste, aus dem Ort, dem Umland und von weither ins Gotteshaus. Bis zur dritten Empore unterm Dach war die Kirche am 4. Adventsabend mit erwartungsvollen Zuhörern gefüllt .Nahezu 50 Frauen und Männer des Philharmonischen Chores Weimar drängten sich dicht an dicht im Altarraum hinter und neben den Musikern des Mitteldeutschen Kammerorchesters. Auf der Kanzel die Solistinnen Marijke Meerwijk, Anna Sophia Backhaus und Katerina Spanarova. Als Engel sangen sie mit Engelsstimmen ihren Part. Gegenüber der Kanzel an der restaurierten Holland Orgel diesmal Gert Oberthür. Alphornbläser Klaus Seyfahrth fand mit seinem meterlangen Instrument im Gang des unteren Kirchenschiffes Platz. Der Schöpfer des Weihnachtsoratoriums, Albert Schönberger, war diesmal Regisseur, Inspizient und Mutmacher mit Blicken zum Chor, zu den Sprechern Josef Ludwig und Ralf Seek, zum Bassisten, der als einziger keine Spielpause hatte und zum alles und alle dirigierenden künstlerischen Leiter, Prof. Eckart Lange.

In die friedvolle Stille hinein sang der Chor das Kyrie und Klaus Seyfarth ließ den Ruf des Alphorns erschallen. Dann wurde der Wunsch „Komm, o komm, du Heiland“ zu Gesang und Musik und die froh klingende Botschaft über anderthalb kurzweilige Stunden. Voller Spannung und mit Hingabe an das musikalisch-musikantische Erzählen der ewig jungen Weihnachtsgeschichte, wie sie von Lukas im Evangelium überliefert wurde, agierte das vielköpfige Ensemble. Albert Schönberger hielt sich an den Inhalt der Weihnachtsgeschichte und an das, was damals als Wunder der Welt geschah. Er gab mit Worten und mit Musik seinem Oratorium die typisch Schönberger‘sche Note. Die große Plastizität im musikalischen Ausdruck kam in vielen Sequenzen zum Tragen. Besonders gut gelungen war der wunderbar gestaltete Chorsatz des aus dem Eichsfeld stammenden Liedes „Maria durch ein Dornwald ging“. Mit seinem Kunstgriff, volksliedhafte Weihnachtsgesänge solcher Liedzeilen wie „in den Herzen ist’s warm“, „Ihr Kinderlein kommet“, „Stil, still, weil‘s Kindlein schlafen will“, in den Ablauf einzubinden, berührte Schönberger die Seele der Zuhörer. Dann heiterte er in einer nächsten Sequenz alle wieder auf, als die „Geigenmusi der Hirten“ erklingt und die „Flötenmusi“ spielt.„Machet euch alle auf“- sang zum Schluss der Männerchor und ließ den „Andachtsjodler“ hören. „Freuet euch“ als Ausklangs-Musik mit großem Chorgesang war die Botschaft und der große Wunsch vom „…Friede auf Erden“, den jeder Zuhörer und Mitgestalter des Oratoriums aus Martinroda mit nach Hause trug, vielleicht weitererzählt und hofft, dass er in Erfüllung gehen möge.

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