Goethegymnasium Ilmenau: Roboter bauen und Schach lernen

Derr Schulversuch am Goethegymnasium im Bereich Naturwissenschaft für die 5. bis 8. Klassen geht in das zweite Jahr.

Die Gymnasiasten Daniel, Ban und Till aus der Klasse 5d haben einen Roboter gebaut und werden ihn jetzt mit dem Computer programmieren. Foto: André Heß

Die Gymnasiasten Daniel, Ban und Till aus der Klasse 5d haben einen Roboter gebaut und werden ihn jetzt mit dem Computer programmieren. Foto: André Heß

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Ilmenau. Daniel, Ban und Till aus der Klasse 5d lernen bei Jenny Gramsch, wie man einen Roboter baut und ihn anschließend programmiert. Die Sechstklässler eine Etage höher bekommen Schach von Kirsten Siebarth, einer ehemaligen DDR-Meisterin beigebracht. Aber auch Technisches Zeichnen, das Bauen eines Solarofens und Informatik stehen auf dem Stundenplan jeweils eine Stunde in der Woche.

Unterricht an der Goetheschule zur Profilierung mathematisch-naturwissenschaflicher Begabungen oder Interessen. Allerdings mit lehrplanfernen Inhalten und ohne Zensurendruck, wie Schulleiter Volker Rusch betont. Von 97 Schülern der 5. Klasse haben sich 83 für die Naturwissenschaft entschieden, alternativ stehen noch Audio-Video-Projekt, digitale Bildbearbeitung, das Erstellen einer Wanderkarte oder Trendsportarten zur Auswahl.

Der Schulversuch läuft seit zwei Jahren und Freitag staunte auch Roland Merten, Staatssekretär im Kultusministerium, über die Begeisterung der Schüler. Er sei hier, sagte er, um die Schulwirklichkeit kennen zu lernen. Oft höre er von Lehrern in Bezug auf neue Ideen, dass sie sich das gar nicht vorstellen können. Jetzt könne er ihnen sagen, geht doch mal an das Goethegymnasium, da gibt es das schon.

Und dass es bei den Schülern ankommt, beweist die Tatsache, dass nach der 6. Klasse keiner der Schüler aus dem naturwissenschaftlichen Bereich in das Alternativprogramm gewechselt ist, betonte der Schulleiter ausdrücklich. Er wisse doch, dass in diesem Alter das Interesse an den Naturwissenschaften signifikant abbreche, seine Schule steuert allerdings mit Erfolg dagegen an. Zudem kommt, dass die 8. Klassen in der Berufsschule praktisch mit Holz und Metall arbeiten. Neben diesem Partner hat das Gymnasium auch die Universität, das Solardorf Kettmannshausen und weitere Unternehmen an der Seite, um auch finanziell diesen Unterricht zu ermöglichen.

Bereits im Juni werden die Eltern der künftigen Fünftklässler zum Elternabend eingeladen, damit sie sich früh genug mit ihren Kindern für ein Profil entscheiden können. "Wer Schauspieler werden will, soll ans Lindenberg-Gymnasium", sagte am Freitag Dr. Alexander Müller von der Schulverwaltung des Landkreises. Wer Roboter bauen will, kann in der 5. Klasse an der Goetheschule beginnen.

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