Handys bleiben ausgeschaltet an der Ilmenauer Goetheschule

Die Ilmenauer Goetheschule will die Nutzung elektronischer Geräte im Unterricht verbieten und die Hausordnung ergänzen. Die Elternvertretung ergriff wegen vermehrter Störungen die Initiative. Verbote auch an der Berufsschule und am Lindenberg

"Frei mit Sondergenehmigung" steht an der Einfahrt zur Goetheschule in der Ilmenauer Herderstraße. Das soll künftig nicht nur für Fahrzeuge, sondern auch für die Mobiltelefone der Schüler gelten. Foto: Ralf Ehrlich

"Frei mit Sondergenehmigung" steht an der Einfahrt zur Goetheschule in der Ilmenauer Herderstraße. Das soll künftig nicht nur für Fahrzeuge, sondern auch für die Mobiltelefone der Schüler gelten. Foto: Ralf Ehrlich

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Ilmenau. Das Mobiltelefon ist zum zentralen Bestandteil der Jugendkultur geworden. Auch die Ausstattung der Geräte wird immer besser, häufig besteht mobiler Internetzugang. Und damit auch die Gefahr, dass Handys missbräuchlich benutzt werden. Beispielsweise können Mitschüler sowie Lehrer gefilmt oder fotografiert werden.

Dass es mit Handys Mobbing-Fälle an der Goetheschule gegeben hat, wollte Schulleiter Volker Rusch auf Nachfrage unserer Zeitung nicht bestätigen. »So weit muss es nicht kommen«, findet Rusch. Allerdings wird jetzt am Gymnasium die Hausordnung ergänzt, denn bisher gab es dazu keine speziellen Regelungen. Geplant ist, dass die Geräte tagsüber ausgeschaltet bleiben. Nur in Notsituationen und Ausnahmefällen dürfen Schüler mit Genehmigung der Lehrkraft telefonieren. »Es geht einfach darum, Schüler zum verantwortungsvollen Umgang zu erziehen«, so Schulleiter Rusch.

Unterstützung erfährt er im Kollegium und in Elternkreisen. Die Masse der Schüler ist weniger begeistert. Die Initiative kommt aus der Elternvertretung. Silke Augustin, seit zehn Jahren Schulelternsprecherin, bezieht sich auf konkrete Fälle, wo die Nutzung elektronischer Geräte Störungen im Unterricht zur Folge hatte. Es wurde telefoniert, Musik gehört und gefilmt. So trat man nun an die Schulleitung heran, will Regelungen treffen, um Schindluder vorzubeugen. »Die Schule muss eine Handhabe haben«, ist Silke Augustin überzeugt. Das heißt aber nicht, dass man elektronische Geräte für den Unterricht nicht nutzen soll. Der Entwicklung werden sich die Lehrer nicht verschließen, nur sinnvoll müsse es sein.

In Kürze wird die Schulkonferenz über die Ergänzung der Hausordnung abstimmen. Auch rechtlich hat die Schule eine Möglichkeit.

Nach Paragraph 51 der Thüringer Schulordnung ist die Schule befugt, den Schülern Gegenstände, die den Unterricht oder die Ordnung der Schule stören können oder stören, wegzunehmen und sicherzustellen. Über den Zeitpunkt der Rückgabe der Gegenstände entscheidet der Schulleiter.

Von diesem Recht macht auch das Gymnasium am Lindenberg Gebrauch. Dort dürfen Schüler ihr Handy während der Unterrichtszeit nicht benutzen. In den Pausen schon, schließlich müssen die Kinder ihre Eltern erreichen und umgekehrt. »Kommt es zu Zuwiderhandlungen und Störungen im Unterricht, wird das Handy eingesammelt, und die Eltern werden informiert«, sagt Schulleiter Dieter Kuchorz. Da viele Dinge aus Unkenntnis der Rechtslage geschehen, werden die Schüler und Eltern am Lindenberg stets aufgeklärt.

Im Staatlichen Berufsschulzentrum Ilmenau bleiben Handys im Unterricht ebenso ausgeschaltet. Zudem lässt das hauseigene Computerkabinett Zugriffe auf Netzwerke wie Facebook, Schüler- und StudiVZ nicht zu. Fälle, die im Extremfall zu Mobbing führten, sind Direktor Frank Macholdt nicht bekannt. Dennoch weiß er, dass Schüler soziale Netzwerke ganz intensiv nutzen. Da blieben Auseinandersetzungen nicht aus.

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