Ilmenauer Amateurfunker nehmen an Weltmeisterschaft teil

Ilmenau  An zwölf Stationen in Deutschland ging es am Wochenende darum, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele und weit entfernte Verbindungen aufzubauen.

Erst seit vier Monaten hat Angela Nowack die große Amateurfunk-Lizenz Klasse A. Am Wochenende tritt sie in der Nationalmannschaft bei der 34. IARU Amateurfunk-Weltmeisterschaft an.

Erst seit vier Monaten hat Angela Nowack die große Amateurfunk-Lizenz Klasse A. Am Wochenende tritt sie in der Nationalmannschaft bei der 34. IARU Amateurfunk-Weltmeisterschaft an.

Foto: Andreas Heckel

„DA 0 HQ“, das ist das Rufzeichen der Deutschen Nationalmannschaft für die 34. IARU Amateurfunk-Weltmeisterschaft. An zwölf Stationen über Deutschland verteilt ging es am Wochenende darum, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele und weit entfernte Verbindungen aufzubauen. Besonders begehrt waren solche nach Amerika und Japan.

Die Teilnehmer an den vier Stationen in der Klubstation an der Oberpörlitzer Landstraße hatten ihre riesigen Kurzwellen-Antennen dafür über Wochen hinweg vorbereitet. Eine von ihnen war Angela Nowack. Erst seit vier Monaten hat sie die benötigte Amateurfunk-Lizenz der Klasse A. Während die Männer vornehmlich die Morsetasten bedienen werden, wird sich Angela im Wettkampf um den Sprechfunk kümmern. Zum einen seien Frauen in dem Sport unterrepräsentiert, zum anderen seinen helle Frauenstimmen bei schlechten Empfangsbedingungen klarer verständlich.

Sonnenstürme beeinflussen Kurzwellen

Im vergangenen Jahr hätten sich unglaublich viele Stationen um die Verbindung zu einer Frauenstimme in Saudi-Arabien bemüht, erinnert sich Angela. Damals hatte sie noch als Helferin fungiert. Denn nicht nur an den Mikrofonen sei im Wettkampf viel zu tun. Antennen müssen auch immer wieder neu ausgerichtet werden. Die Teamarbeit in der Station habe die Informatikerin dazu motiviert, für die Funklizenz zu büffeln.

Stationsleiter Björen Bieske bestätigt: Bei uns sind es oft die Ingenieure, die neu in dieses Hobby einsteigen. Vieles könne man heute fertig kaufen. Funkamateur zu sein, bedeute aber auch, Antennen und Geräte selbst bauen und warten zu können. In der Station ist das schön zu sehen. Neben Computern und Funkgeräten finden sich auch Blechkästen mit analogen Zeigerinstrumenten und dicken Knöpfen, die mit Filzstift beschriftet sind. Der Altersdurchschnitt der 25 aktiven Mitglieder der Ilmenauer Station liege bei 45 Jahren. Als am Samstag um 14 Uhr der Startschuss für den Wettkamp fällt, sind die vier Stationen in Oberpörlitz schon lange in Betrieb. Die Funker hatten schon vorab Funkkanäle besetzt. „Das Regenwetter macht uns nichts aus“, sagt Tobias Nowack. Nur blitzen sollte es nicht.

Ergebnisse im Dezember

Die elektrischen Entladungen seien im Funkverkehr deutlich zu hören. Größeren Einfluss habe die Sonne. Sonnenstürme verändern die Schichten der Atmosphäre, an denen sich die Kurzwellen reflektieren.

Wie erfolgreich die Deutschen nun sein werden, das wird man frühestens im Dezember erfahren, wenn die Auswertung der Verbindungsprotokolle aus aller Welt eingetroffen ist.

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