Ilmenau: Bauen für Senioren im Blumenviertel

Ilmenau  Oberhalb von einer Senioreneinrichtung entsteht ein Pflegewohnkomplex. CDU will Generationenbeauftragten

Im Wohngebiet Am Friedhof Ost entsteht an der Erfurter Straße ein Pflegewohnkomplex für etwa 50 Senioren.

Im Wohngebiet Am Friedhof Ost entsteht an der Erfurter Straße ein Pflegewohnkomplex für etwa 50 Senioren.

Foto: André Heß

Die Erfurter Straße fällt in der letzten Zeit durch lange Autoschlangen auf, da der Verkehr mit einer Ampel geregelt wird. Gleich zwei Großbaustellen sind dort im Gange. Zum einen erschließt eine Tiefbaufirma das städtische Wohngebiet Am Friedhof West, zum anderen baut das Immobilienunternehmen Sanivest Projekt GmbH direkt an der Straße einen Pflegewohnkomplex im Blumenviertel des Wohnungsbaugebietes Am Friedhof Ost.

Das Unternehmen hat sich als Kerngeschäft auf die Erstellung eigener Projekte im Bereich des Senioren-Wohnens konzentriert. Es errichtet Wohnanlagen, die „Betreutes Wohnen“, „Ambulant betreute Wohngemeinschaften“ und bei Bedarf eine Tagespflege vereinen, aber auch Projekte zum Mehrgenerationen-Wohnen. Dabei werden selbstständig agierende Senioren-Wohngemeinschaften mit jungen Familien in einem Haus vereint. Ein solches Gebäude steht bereits hinter dem im Bau befindlichen Haus, hier wohnen zehn Personen.

Wie Geschäftsführer Thoralf Bäring unserer Zeitung auf Nachfrage sagte, habe man dort noch zwei Wohneinheiten frei. Das liege daran, dass dieses Wohnen im Asternweg ohne zusätzliche Pflegeangebote ist. Ältere Menschen würden sich aber damit schwer tun, sich im Alter, aber noch nicht auf Pflege angewiesen, für eine häusliche Veränderung zu entscheiden. Das würden sie lieber ihren Angehörigen überlassen, wenn dann der Pflegefall eingetreten ist.

Bei einem Baustellenbesuch machte sich jüngst Landtagsabgeordneter Andreas Bühl (CDU) ein Bild vom aktuellen Stand des Bauprojekts für den Pflege-Wohn-Komplex im Blumenviertel. Geplant seien zehn moderne Einheiten für Betreutes Wohnen, in denen man eine Wohnung habe, aber auf den Pflegedienst im Haus bei Bedarf zurückgreifen könne. Jedes dieser altersgerechten 2-Raum-Apartments habe einen effektiven Grundriss. Wohn- und Schlafzimmer, Loggia, Bad und separater Abstellraum finden sich hier. Im Erdgeschoss entstehen Räumlichkeiten für eine Kurzzeitpflege für 15 Personen.

Zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für jeweils neun und zehn Bewohner finden im 1. Obergeschoss ihr neues Zuhause. Die von Grünpflanzen umrahmte Dachterrasse stehe den Bewohnern des Betreuten Wohnens im 2. Obergeschoss zur Verfügung. Sie soll Treffpunkt und Begegnungszentrum sein, sagte Bäring. Im Herbst diesen Jahres sei das Richtfest geplant, im Frühjahr 2020 soll die Anlage fertiggestellt werden. Die Pflegeleistungen übernehme das Unternehmen Apo Care aus Langewiesen.

Dass den Sanivest-Bewohnern aus dem Asternweg dahinter dann durch den Neubau auf ihrer Terrasse die Sicht in Richtung Erfurter Straße verstellt ist, sieht der Geschäftsführer nicht als Problem. Man baue mit einer Holzfassade schließlich ein sehr ansprechendes Gebäude.

Gebaut hat die Firma auch in Beilstädt ein Pflegeheim und bei Chemnitz einen Komplex für betreutes Wohnen. Zwei Projekte in Bad Sulza und Neudietendorf seien in Vorbereitung. Inzwischen würden sie insgesamt in ihren Wohnungen 250 Bewohner haben.

Hinsichtlich des zunehmenden Bedarfs an Pflegeplätzen in der Region müsse die Politik Vorsorge treffen, damit Menschen die nötige Unterstützung bekommen und, so lange es geht, selbstbestimmt den Lebensabend genießen können, sagte Andreas Bühl. Deshalb brauche es einen weiteren Ausbau von Seniorenwohnangeboten unterschiedlichster Art, aber auch Hilfe bei alltäglichen Fragen für ältere Mitmenschen.

Deshalb soll, so die Pläne der Kreis-CDU, im Ilm-Kreis ein Seniorenamt als Ansprechpartner für ältere Menschen bei Fragen zu Behörden und öffentlichen Stellen geschaffen werden.

In Ilmenau halte man einen Generationenbeauftragten bei der Stadtverwaltung als festen Ansprechpartner für den ehrenamtlich arbeiteten Seniorenbeirat sowie den Kinder- und Jugendbeirat für notwendig.

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