Ilmenau fordert Innenstadtkonzept von Langewiesen

Langewiesen  In Langewiesen will sich Edeka vergrößern und Norma ansiedeln. Ex-Bürgermeister diskutiert fleißig im Ortsteilrat mit.

Ilmenau fragt bei der Erweiterungen von Supermärkten nach einem Innenstadtkonzept in Langewiesen und sorgt sich um den Fortbestand kleinerer Geschäfte.

Ilmenau fragt bei der Erweiterungen von Supermärkten nach einem Innenstadtkonzept in Langewiesen und sorgt sich um den Fortbestand kleinerer Geschäfte.

Foto: Ralf Ehrlich

Die Eingemeindung von Langewiesen und Oehrenstock nach Ilmenau ist reichlich vier Monate her. Seitdem ist Bürgermeister Horst Brandt (SPD) im Ruhestand, Wolfram Lortsch (parteilos) als Ortsteilbürgermeister im Amt. Aus dem Stadtrat wurde ein Ortsteilrat, an der Zahl der Mitglieder hat sich nichts geändert.

Nur Horst Brandt gehört nicht mehr dazu, aber das merkt man kaum. In der Ortsteilratssitzung am Montag im Rathaus nahm er am Tisch der Ortsteilräte Platz, saß dem Ortsteilbürgermeister gegenüber. Und nicht nur das: Er meldete sich auch ungefragt zu Wort, stellte Anträge, rief den Ortsteilrat zu bestimmten Handlungen auf, gab aber auch Hintergrundinformationen, die aus seiner bisherigen Tätigkeit heraus resultieren.

Horst Brandt, so hat es den Anschein, will seine Stadt nicht kampflos Ilmenau überlassen, mit der Eingemeindung hat er sich noch nicht abgefunden.

Denn da bestimmen jetzt die Ilmenauer, wo es lang geht. Da können Bauvorhaben nicht mehr so einfach durchgewunken werden, da werden sie ob ihrer Notwendigkeit zunächst von der Stadtverwaltung Ilmenau überprüft und um Stellungnahmen gebeten.

So ist es auch mit dem geplanten Bau eines Norma-Marktes in Langewiesen. Weil zudem eine Erweiterung des Edeka-Marktes geplant ist, fragte Bauamtsleiter Thomas Schäfer den Ortsteilrat nach der Sinnhaftigkeit, nach einem Innenstadtentwicklungskonzept und befürchtete negative Auswirkungen auf andere Geschäfte, da die geplante Verkaufsfläche der beiden Märkte zu groß sein könnte.

Hier schaltete sich Horst Brandt ein, er nehme als Bürger und Ehrenbürgermeister an der Sitzung teil, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Brandt sagte, dass der Norma-Markt schon längst gebaut sein sollte und es in der Umgebung erst wieder in Großbreitenbach und Stadtilm eine solchen gebe, das wäre also auch keine Konkurrenz für Ilmenau. Ein Problem könnte aber der Tegut-Markt in Langewiesen damit haben, schränkte er ein.

Bei der Diskussion um die Mittelanmeldung für den Haushalt 2019 der Stadt Ilmenau wurden die Ortsteilräte nach ihren Vorschlägen gefragt: So wurde ein freiwilliger Zuschuss für Betriebskosten der Schießsporthalle gefordert, eine finanzielle Förderung für alle Vereine, für Märkte und Veranstaltungen, unter anderem 10.000 Euro für das geplante Stadtfest in Langewiesen.

Überhaupt sollten die Forderungen der Ortsteiles Langewiesen/Oehrenstock laut Eingliederungsvertrag erfüllt werden. Ein Ausspruch von Ortsteilbürgermeister Wolfram Lortsch ließ tief blicken, was die Zusammenarbeit mit Ilmenau anbetrifft. Er hoffe, sagte er, dass die Ortsteile sich zusammenfinden und gemeinsam gegen die Kernstadt arbeiten, verbesserte sich dann aber nach leichten Protesten der Ortsteilräte auf „miteinander oder für die Kernstadt“ arbeiten.

Dass die Ortsteilräte jetzt auch noch Verwaltungsaufgaben übernehmen sollen, wie Lortsch meinte, lehnten diese ab. Das sei doch Sache der Zentralstelle von Frau Misch, hieß es. Beate Misch(CDU) ist Beauftragte der Ortsteile. „Wo ist sie eigentlich?“, wurde gefragt. Sie könne ja nicht an jeder Ortsteilratssitzung teilnehmen, entschuldigte sie Lortsch. „Dafür wird sie aber bezahlt“, bemerkte daraufhin Horst Brandt.

Michael Geiß, der in der Sitzung zum stellvertretenden Ortsteilbürgermeister gewählt wurde, stellte fest, dass noch zu vieles in der Luft hänge, das beträfe auch die Zukunft der Vereine. Hier soll es im Januar eine Sitzung aller Vereine im Heinse-Haus geben, sagte Sabrina Wotjak von der Stadtverwaltung.

Annehmen will der Ortsteilrat das Angebot von Ilmenau, das Archiv von Oehrenstock in das Ilmenauer Stadtarchiv zu überführen. Wo doch Oehrenstock sowieso eigenständig werden wolle.

Horst Brandt erinnerte den Rat auch noch daran, auf sein Geld für sechs Monate zu bestehen. Die 17.500 Euro könne man dann für die Kultur verwenden.