Ilmenau: Für Prestigeobjekt noch keine Förderung

Ilmenau.  Die Wohnungsbaugenossenschaft Ilmenau steht mit 4,4 Prozent Leerstand besser als der Landesdurchschnitt da.

Bei der Abstimmung der Genossenschaftsmitglieder hebt man für ein Ja die Stimmkarte.

Bei der Abstimmung der Genossenschaftsmitglieder hebt man für ein Ja die Stimmkarte.

Foto: Karl-Heinz Veit

Zu ihrer Jahresversammlung hatten Vorstand und Aufsichtsrat der Wohnungsbaugenossenschaft Ilmenau e.G. (WBG) am Mittwoch in den Saal des Schülerfreizeitzentrums am Großen Teich eingeladen. Die Corona-Pandemie war der Grund für die Wahl dieses Veranstaltungsortes und die nur 27 anwesenden von 81 gewählten Vertretern aller Genossenschaftsmitglieder. Die Beschlussfähigkeit der Vertreterversammlung war dennoch gesichert. In ihrem Geschäftsbericht 2020 verwiesen Peter Sattler, Dorit Held und der im Sommer aus Altersgründen ausgeschiedene Carl-Heinz Witting auf stabile wirtschaftliche Verhältnisse des genossenschaftlichen Unternehmens. Diese betreffen die Mieten, mit einer in der Vorschau auf 2029 nur geringfügigen Steigerung, die Investitionen für Werterhaltung, Modernisierung und Neubauten, steigenden liquide Mittel, einen nach unten fallenden Kapitaldienst und ein solides, auf dem gegenwärtigen Niveau bleibendes Betriebsergebnis.

Mit einem Wohnungsleerstand von 4,4 Prozent (in Thüringen 8,5 Prozent), einer Sollmiete von 4,93 Euro pro Quadratmeter ((Thüringen 5,08 Euro) liege die WBG Ilmenau als eine der großen Genossenschaften in Thüringen im Vergleich zu anderen in nahezu allen Positionen auf einem der vorderen Plätze, wertete der staatliche Prüfungsdirektor Jürgen Elfrich die gute Arbeit der Genossenschaft und deren Leitungsgremien.

Erster WBG-Kindergarten soll 2021 an der Fischerhütte fertig sein

Peter Sattler stellte in Aussicht, dass der erste WBG-Kindergarten an der Fischerhütte um die Jahreswende 2021 bezugsfertig sein wird. Das geplante Großobjekt Schortehof auf dem Stollen mit altersgerechten Wohnungen und Räumen für Versorgungseinrichtungen ist wegen der Rücknahme von Fördermittelzusagen vorerst auf Eis gelegt. Aus eigener Finanzkraft könne frühestens in zwei Jahren mit dem Baubeginn des Prestigeobjektes gerechnet werden. Die Bauleistungen der WBG konzentrieren sich jetzt auf die Wohnungsmodernisierungen. Dazu zählen der Einbau von Fahrstühlen in Wohnblöcken, energetische Sanierungsmaßnahmen und Sanierung der Balkone. In jeder Wohnung einen Glasfaseranschluss bei freier Anbieterwahl des Nutzers zu installieren, soll zeitnah umgesetzt werden, erläuterten Sattler und Held.

Auf die Frage eines Studierendenvertreters nach eventuellem Rückbau oder Abriss von Wohnungen und dem Zeitplan dafür, gab es eindeutige, detaillierte Antworten von Sattler. Bis 2030 seien solche Aktivitäten nicht geplant, wenngleich Objekte auf dem Stollen und der Pörlitzer Höhe als Beobachtungsobjekte eingestuft sind. Deren Zukunft sei an die Stadtumbauprogramme gebunden und auch von der Mieternachfrage abhängig.

Kritik übten Vertreter vom Stollen und der Pörlitzer Höhe an der Grünflächenpflege durch eine Ilmenauer Firma, die „manchmal dem gesunden Menschenverstand“ widerspreche und nur „nach Vorschrift“ abgearbeitet werde. Sattler versprach eine Überarbeitung der Vertragsleistungen im Gespräch mit dem Dienstleister. Auch sollen künftig altersgerechte Ruhebänke für Senioren aufgestellt werden. Als neue Vorstandsmitglieder wurden Veronika Marquardt, Mario Schäfer und Karsten Watterot ins Gremium gewählt.