Ilmenau: Papier zu Grünflächen mit Maßnahmen untersetzen

Ilmenau.  Die Ilmenauer Stadtratsmitglieder fordern Aussagen zum Baumbestand in der Stadt und zu Schottergärten.

Auf naturnahe öffentliche Flächen will die Stadtverwaltung Wert legen - hier der Festhallenpark. 

Auf naturnahe öffentliche Flächen will die Stadtverwaltung Wert legen - hier der Festhallenpark. 

Foto: Arne Martius

Für konkrete Maßnahmen im Zusammenhang mit der im vergangenen Jahr beschlossenen „Grünflächenstrategie 2020“ haben sich Mitglieder der Fraktion Bürgerbündnis/ Grüne im Stadtrat ausgesprochen. „Von der Sache her begrüßen wir das grundsätzlich, dieses Bekenntnis ist wichtig für die Zukunft. Aber es fehlen eine bestimmte Zielsetzung, Zeitkulisse und Inhalte“, sagte Norbert Zeike bei einer Diskussion im Hauptausschuss.

Bislang steht in dem Beschluss: „Die Grünflächenstrategie beinhaltet Maßnahmen zur Erlangung dieses Zieles und ist auf politischer Ebene zu legitimieren.“ Nach Einschätzung von Zeike ist das ein bisschen wenig. Er sprach sich für einen runden Tisch mit Naturschützern und Umweltverbänden aus, um das Papier mit Leben zu erfüllen. Ganz konkret erhofft sich das Stadtratsmitglied davon auch eine „langfristige Sicherung des Baumbestands“ in der Stadt. Dieses Thema spielte gerade im Zusammenhang mit den Bebauungsvorhaben rund um das ehemalige Glaswerk „Fischerhütte“ eine große Rolle.

Große Bäume im Ufer-Bereich müssen gefällt werden

Um die Ilm in diesem Gebiet hochwasserfrei zu stellen – und damit überhaupt erst einmal die Voraussetzung für Neubauten zu schaffen – müssen große Bäume fallen, die im Uferbereich wurzeln. Das stößt auf Kritik der Fraktion, ist aber nach Einschätzung aus dem Bauamt unausweichlich. Im Gegenzug sollen mehrere Bäume neu gepflanzt werden. Aus Sicht von Linksfraktionsvorsitzendem Karl-Heinz Mitzschke sollten sich in der Grünflächenstrategie auch Aussagen zu sogenannten Schottergärten wiederfinden. „Wo sie bereits angelegt wurden, kann man sie nicht mehr rückgängig machen. Aber wichtig ist ein Bewusstsein für naturnahe Vorgärten zu schaffen“, fand er.

Doch die „Grünflächenstrategie 2020“ bezieht sich ausschließlich auf kommunale Flächen, betonte der Leiter des Sport- und Betriebsamts, Lars Strelow. Dabei könne die Gemeinde nur mit gutem Beispiel vorangehen, fand er. Das Festlegen von Maßnahmen durch eine Arbeitsgruppe ist allerdings auch eine Voraussetzung für die erneute Zertifizierung von Ilmenau mit dem Titel „StadtGrün naturnah“, die im Jahr 2023 wieder ansteht. Erstmals hatte die Stadt mit 15 anderen Kommunen im vergangenen Jahren das Prädikat erhalten.