Ilmenau: Sanierung der Festhalle geht trotz der Krise weiter

Ilmenau.  Trotz der Coronakrise liegt die Sanierung der Ilmenauer Festhalle bislang noch im Zeitplan.

Bei der Sanierung und dem Umbau der Ilmenauer Festhalle wird die alte Terrasse abgerissen.

Bei der Sanierung und dem Umbau der Ilmenauer Festhalle wird die alte Terrasse abgerissen.

Foto: Arne Martius

Auf den ersten Blick laufen die Arbeiten für den Umbau und die Sanierung der Ilmenauer Festhalle unbeirrt weiter. Doch das Coronavirus hat natürlich auch auf das mit 18 Millionen Euro größte kommunale Bauprojekt seit Jahren Auswirkungen. Handwerker dürfen nur noch zu zweit im Auto anreisen, es muss genügend Abstand bei den Arbeiten gewahrt bleiben, Toiletten werden regelmäßig desinfiziert - und erste Engpässe deuten sich an.

Wie am Montag Bauleiter Alexander Grube bei einem Rundgang berichtet, haben inzwischen 4 von 28 beteiligten Firmen Baubehinderungsanzeigen wegen der Pandemie eingereicht. Betroffen davon ist auch ein Gerüstbauer, dem Mitarbeiter ausgefallen sind. „Schon in ein paar Tagen werden wir die ersten Auswirkungen spüren“, sagt Architekt Norbert Ruge.

Wiedereröffnung soll im Dezember 2021 sein

Dennoch halten die Verantwortlichen am Zeitplan fest, wonach die generalsanierte Festhalle im Dezember 2021 wiedereröffnet werden soll. Bislang sind die Abbruch- und Roharbeiten im Parkcafé und dem Verbindungsbau zum Haupthaus abgeschlossen. Die Gebäude haben neue Fenster erhalten, die zum Teil wegen Veranstaltungen im Inneren die Schallschutzklasse 6 für über 50 Dezibel erfüllen.

Derzeit ist der Innenausbau in vollem Gang. Die Trockenbauer stellen Wände, es werden die Elektrik und Heizung installiert. Parallel wird am Einbau der Aufzüge gearbeitet. Von denen wird es nach Fertigstellung der Festhalle vier Stück geben. Zwei sind dem Transport von Personen vorbehalten, zwei für Lasten. Das gesamte Ensemble wird barrierefrei, versichert Norbert Ruge. Im Anschluss folgen Fliesen- und Parkettarbeiten. Mit dem Ende des ersten Bauabschnitts wird für Ende Sommer 2020 gerechnet - dann gehen Parkcafé und Verbindungsbau schon wieder in Betrieb.

Parallel wird der zweite Bauabschnitt begonnen, der das komplette Hauptgebäude umfasst. Abbrucharbeiten und die Baustelleneinrichtung finden schon jetzt statt. Und auch der dritte Bauabschnitt wird ab Sommer beginnen. Der umfasst den Hochwasserschutz der Ilm mit der Errichtung einer sogenannten Spundwand und die Neugestaltung des Festhallenparks, kündigt Alexander Grube an. Weil die Gebäude aus dem Jahr 1938 unter Denkmalschutz stehen, wird sich die Gestaltung des Ensembles streng an der Historie orientieren. Das spiegelt sich auch an der Fassade wieder, die Grau- und Weißtöne mit Holzelementen erhält - so, wie es im Bauhausstil üblich war. Das Stadtwappen an der Stirnseite soll möglichst aus Stein gemeißelt werden. Ob daraus etwas wird, darüber entscheidet letztlich aber das Budget.

Beschallung kommt per Knopfdruck

Historische Anleihen ja, aber kein Historismus. „Wir wollen auch Modernes zeigen“, findet Architekt Ruge. Besonders stolz sind die Planer deswegen auf die Technik im Inneren des Hauses, die das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau beisteuert. „Das wird das Highlight und das Modernste, was es derzeit in Deutschland gibt“, ist Norbert Ruge begeistert. Auf Knopfdruck kann künftig die Art der Beschallung eingestellt werden, ganz gleich, ob Konzerte, Seminare oder Kabarett anstehen. Das Gleiche gilt für die Beleuchtung, die komplett auf LED umgestellt wird. „Das bedeutet auch eine riesige Energieeinsparung“, so Ruge.

1200 Besucher fasst das Haupthaus nach der Sanierung, zwischen 400 und 600 Gäste können Parkcafé und Verbindungsbau zusätzlich aufnehmen. „Das wird ein multifunktionales Gebäude für jede Art von Veranstaltung“, schätzt Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) ein. Auch private Feiern sollen möglich sein. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Festhallenparks entsteht auch eine neue Brücke, die die Grünanlagen über die Ilm auf Höhe des Eingangs zum Sportstadion „Am Hammergrund“ mit dem Von-Schwendler-Weg verbindet. 17,75 Millionen Euro kostet das gesamte Vorhaben, wovon allein 15 Millionen Euro in die Gebäude fließen. Gefördert wird das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

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