Ilmenau soll Vereinsplattform des Kreises besser einbinden

Ilmenau.  Ein Antrag auf eigene Vereinsübersicht der Stadt im Internet wurde abgelehnt. Die Angaben im Veranstaltungskalender sind nicht immer aktuell.

Mitarbeiter Philipp Hoppe stellt die neue Vereinsplattform des Ilm-Kreises vor. 

Mitarbeiter Philipp Hoppe stellt die neue Vereinsplattform des Ilm-Kreises vor. 

Foto: Antonia Pfaff

Unterschiedliche Auffassungen gibt es zu den Möglichkeiten der Präsentation für Vereine und deren Veranstaltungen in Ilmenau. Während die AfD-Fraktion im Stadtrat eine eigene Übersicht für die Stadt und ihre Ortsteile im Internet fordert, verweisen andere Kommunalpolitiker auf die erst im Juni freigeschaltete Plattform des Landkreises, die diesen Zweck erfülle.

„Genau das, was hier beantragt wird, hat der Kreis ja bereits umgesetzt", sagte Bürgermeisterin Beate Misch (CDU) jüngst im Ausschuss für Kultur und Sport. Jedoch sei es sinnvoll, die Auflistung auf der offiziellen Ilmenauer Internetseite zu verlinken, räumte sie ein.

Der Antrag der AfD sah vor, ein eigenes Vereinsverzeichnis aufzubauen. „Leider gibt es gegenwärtig kein übersichtliches und umfassendes Dokument, dem interessierte Bürger konkrete Informationen zu den lokal ansässigen Vereinen entnehmen können", hieß es in dem Beschlussvorschlag. Eine durch die Stadtverwaltung erstellte Übersicht eröffne die Möglichkeit, „Kontaktdaten aller Ilmenauer Vereine zu erhalten und die Suche nach einzelnen Vereinen und Interessengruppen zu erleichtern". Darüber hinaus wurde beantragt, den ehrenamtlich tätigen Gremien Platz im nichtamtlichen Teil des Amtsblatts einzuräumen, um sich vorzustellen und über Veranstaltungen zu informieren.

Amtsblatt für Vereine nutzbar aber vorrangig für Rathaus-Informationen

Doch das sei bereits der Fall, versicherte Misch. „Jeder Verein, der eine Veranstaltung macht, kann natürlich das Amtsblatt nutzen", sagte sie. Allerdings habe die Verwaltung darauf zu achten, dass der nichtöffentliche Teil die monatlichen Informationen nicht dominiere. Laut Gerichtsurteilen müsse das Amtsblatt vordergründig für Veröffentlichungen aus dem Rathaus genutzt werden, fügte sie hinzu.

Auf den Internetseiten der Stadt hingegen gibt es einen Veranstaltungskalender, den Vereine und Gruppen selbst pflegen können. Das jedoch lief zuletzt nicht immer optimal: Einige Feste fanden parallel statt und die Organisatoren machten sich die Besucher streitig. Und auch die Angaben zu Ansprechpartnern und Inhalten waren mitunter veraltet, stellte Klaus Leuner (Die Linke) als berufener Bürger fest. „Dabei ist das ja eigentlich im Interesse der Vereine selbst. Die Stadtverwaltung kann eine permanente Aktualisierung kaum leisten", schätzte er ein.

Lobenswert sei das Anliegen der Antragsteller, fand Stadtratsmitglied Wolf-Rüdiger Maier (CDU). Jedoch müsse die Stadt nicht parallel den gleichen Aufwand betreiben, wie der Kreis. 980 Vereine und Interessengruppen listet dessen Plattform, unterteilt etwa in Sport, Kultur oder Wissenschaft. 160 Vereine werden der Kernstadt zugeordnet, weitere 50 gibt es im Umfeld der Uni. Auch Angebote in den Ortsteilen sind gelistet – wie zwölf in Stützerbach, vier in Möhrenbach, oder 16 in Frauenwald. „Und dann gibt es auch noch Vereine, die kreisweit organisiert sind. Was ist mit denen?", gab Rolf Frielinghaus (FDP) zu bedenken, der dafür plädierte, die Kreis-Übersicht zu nutzen.

Verweis auf mangelndes Interesseam Nordkreis greift nicht

AfD-Stadtratsmitglied Hans-Joachim Fiedler warb dennoch für eine eigene Übersicht, zumal sich nicht jeder Ilmenauer für die Möglichkeiten im Norden des Kreises interessiere. Letztlich wurde der Antrag abgelehnt, die Stadtverwaltung aber darum gebeten, die Plattform des Kreises besser einzubinden. Ausschussvorsitzende Tina Wittrich (Grüne) will die die Vereine darum zu bitten, ihre Angaben auf dem Laufenden zu halten.

Die Vereinsplattform des Kreises:

vereine.ilm-kreis.de