Ilmenauer Stadträte schlagen Markttag auch am Wochenende vor

Die Neuregelung der Ilmenauer Marktsatzung beherrscht die Diskussionen in Ausschüssen. Einen Beschluss gibt es zur nächsten Stadtratssitzung.

An manchen Tagen verirrten sich nicht viele Händler auf den Dienstagsmarkt vor dem Rathaus.

An manchen Tagen verirrten sich nicht viele Händler auf den Dienstagsmarkt vor dem Rathaus.

Foto: Ralf Ehrlich

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ilmenau. Die Neuregelung der Marktsatzung beschäftigt weiter die Ilmenauer Kommunalpolitiker. Insbesondere die Angleichung der Öffnungszeiten ist ein Thema bei Diskussionen in den Ausschüssen.

Zu starre Marktzeiten

So heißt es etwa im Paragraf 10 der Satzung: „Der Abbau des Marktstandes darf frühestens mit Ende des Marktes erfolgen. Der Abbau und die Beräumung des zugewiesenen Standplatzes muss durch den Markthändler mindestens eine Stunde nach Marktende vollständig abgeschlossen sein.“

Warum aber sollten Händler unbedingt bis zum Ende des Marktes vor Ort bleiben müssen?, fragte zur vergangenen Hauptausschusssitzung Stadträtin Madeleine Henfling (Grüne) nach. Der Grund ist ein Erfahrungswert, antwortete Ordnungsamtsleiter Ingolf Müller. „Es gab gelegentlich Beschwerden, dass diejenigen, die vorfristig abreisen, die anderen gestört haben“, erklärte er. Wessen Sortiment früher ausverkauft ist, den könne man freilich nicht noch bestrafen.

Flexibilität für Händler und Kunden

Auch der vereinheitlichte Beginn von Märkten ab 8 Uhr treibt manches Stadtratsmitglied um. So gab etwa Langewiesens Ortsteilbürgermeisterin Ines Wagner (SPD) zu Bedenken, dass die Menschen im Ortsteil daran gewöhnt seien, dass schon 7.30 Uhr die Verkaufsstände öffnen. „Wie stringent wird das umgesetzt. Kriegen diejenigen Ärger, die schon früher öffnen?“, wollte sie vom Amtsleiter wissen.

Eine gewisse Flexibilität will die Stadtverwaltung Händlern und Kunden aber zugestehen. „Wenn Verkäuferin ihren Wagen eher belegt und 7 Uhr die Klappe aufmacht, wird keiner was dagegen sagen“, meinte Ingolf Müller. Allerdings seien die festgelegten Marktzeiten nicht willkürlich entstanden – sondern das Resultat aus Befragungen in Kombination mit einer Mustersatzung.

Markttag am Wochenende

Einen neuen Markttag in Ilmenau brachte Karl-Heinz Mitzschke in die Diskussion ein. „Es gibt auch Leute, denen der Einkauf auf dem Markt die Woche über verwehrt ist, weil sie zu der Zeit arbeiten müssen. Wir sollten wirklich mal über eine Einkaufsmöglichkeit am Wochenende nachdenken“, fand der Vorsitzende der Linksfraktion. In einigen Ortsteilen wie Gräfinau-Angstedt gebe es beispielsweise einen Samstagsmarkt. Das aber setze die Bereitschaft der Händler voraus, warf Amtsleiter Müller ein. „Da müssen Sie erst einmal jemanden finden“, berichtete er.

Ob sich der Wetzlarer Platz in Ilmenau hingegen als dauerhafter Standort für den Dienstagsmarkt etabliert, kann derzeit noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Er ist deswegen im Entwurf der neuen Satzung noch nicht enthalten. Sowohl unter Händlern als auch unter Kunden gehen die Meinungen auseinander. Die einen würden gern am angestammten Marktplatz festhalten – die anderen sehen einen Vorteil darin, nicht mehr die Marktstraße bis zum Rathaus hinauf laufen zu müssen. „Das Für und Wider hält sich bei Befragungen die Waage“, schätzte Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) ein.

Wegen Arbeiten an der Fernwärmeleitung auf dem Marktplatz findet derzeit auch der Freitagsmarkt vorübergehend auf dem Wetzlarer Platz statt. Betroffen sind davon alle Markttage bis einschließlich 7. Februar.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.