Ilmenauer Kunstrad kommt wieder in Bewegung

Ilmenau.  Bis zum Jahr 2024 soll die Skulptur an der Erfurter Straße stehen. Doch es gibt auch Bedenken wegen der Kosten.

So sah einer der ersten Entwürfe für die Installation des Kunstrads oberhalb der Erfurter Straße aus.

So sah einer der ersten Entwürfe für die Installation des Kunstrads oberhalb der Erfurter Straße aus.

Foto: Michael Krapp

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Ruhig geworden war es um das Ilmenauer Kunstrad, bis das Thema am Donnerstag dieser Woche wieder mit Vehemenz aufschlug. Nicht nur Günter Andrä, Vorsitzender des heimatgeschichtlichen Vereins, erinnerte die Stadträte an ihre Zusagen. Auch Klaus Leuner, einst Vorsitzender im Kultur- und Sportausschuss sowie Stadtratsmitglied für Die Linke, sagte, dass man so mit ehrenamtlichem Engagement nicht umgehen könne.

Das Kunstrad soll eine Reminiszenz an den Bergbau werden. Initiiert vom heimatgeschichtlichen Verein ist als Standort für die Skulptur die Erfurter Straße vorgesehen, die Nähe des einstigen Schachts „Neuer Johannes“. Dafür waren fast alle Voraussetzungen erfüllt, es fehlte nur noch ein bisschen Ehrgeiz auf kommunalpolitischer Ebene, um das Vorhaben einzutüten. Doch dann kamen erst die Eingemeindungen, die Oberbürgermeisterwahl, die Kommunalwahl, das Stühlerücken im Rathaus – und das Kunstrad geriet in Vergessenheit.

Doch das war nur der äußere Eindruck. Denn Christian Kühnlenz vom Bauamt konfrontiert die Kritiker im Kultur- und Sportausschuss mit einem fortgeschrittenen Planungsstand. Zwar ist aus dem bloßen Kunstrad fast so etwas wie die Neugestaltung eines Ortseingangs geworden. Aber die Planer sind überzeugt: Ohne Parkplätze, Beleuchtung und Zuwegung braucht der Bau gar nicht erst zu beginnen. Allein das Licht ist eine Wissenschaft für sich, schilderte Kühnlenz: Weil das Kunstrad keine geschlossene Fläche ist, kann es nicht einfach angestrahlt werden, da sonst der Verkehr auf der Erfurter Straße geblendet werden könnte.

In Summe ist aus den einst veranschlagten 80.000 Euro ein Kostenfaktor von 250.000 Euro geworden. Das ruft auch Mahner auf den Plan. Einer von ihnen ist der städtische Beigeordnete Eckhard Bauerschmidt (Die Linke). Angesichts der geplanten Baukosten spricht er von „einem Stück Luxus“. Der Neubau der Schwimmhalle, die Sanierung der Festhalle, der neue Kindergarten in Gehren – „es ist ja nicht so, dass Ilmenau nichts anderes zu stemmen hat“, gibt er zu Bedenken.

„Kunst und Kultur sind immer luxuriöse Angelegenheiten“, findet Rolf Frielinghaus (FDP). Er sieht in der Verbindung zwischen Goethe und dem Bergbau „etwas ganz Besonderes“, das Ilmenau durchaus herauskehren sollte. Eine Meinung, die auch Ilmenaus Kultur- und Sozialamtsleiter Nico Debertshäuser teilt: „So ein Wasserrad an sich ist noch kein Alleinstellungsmerkmal. Das wird es erst in der Kombination mit Goethe“, sagt er. Und so soll das Kunstrad vor Ort nicht nur eingebettet werden in eine entsprechende Infrastruktur, sondern auch in einen geschichtlichen Kontext mit modernen Visualisierungen.

Nach der Sitzung in dieser Woche ist Günter Andrä versöhnt. Denn der Ausschuss hat sich geschlossen für eine Vorlage der Vorsitzenden Tina Wittrich (Grüne) ausgesprochen, in der nun erstmals ein konkretes Datum für die Fertigstellung des Kunstrads steht. Es ist das Jahr 2024 – wenn sich der Aufschluss des Schachts „Neuer Johannes“ zum 240. mal jährt.

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