Indische Gewürzmischung beim Musizieren in Böhlen

Böhlen  Im Musiksaal der Sommerakademie ist das Teppichpodium für das Sitar- und Piano-Spiel ausgebreitet.

Das Pulsar-Trio sorgt für angenehme, fremdländische Klänge.

Das Pulsar-Trio sorgt für angenehme, fremdländische Klänge.

Foto: Karl-Heinz Veit

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ganz am Puls des Lebens und obendrein am Puls der Zeit war das Pulsar-Trio mit seinem Konzert in der Sommerakademie Böhlen.

Vor vielen Jahren gab die Sommerakademie in der Sankt Annen Kirche ein Konzert, das eine Gruppe indischer Musiker gestaltete. Im Altarraum war ein Podium aufgebaut und mit Teppichen belegt. Im Schneidersitz saßen die Musikanten rundum. Die Sitar-Spieler gaben auf ihrer Langhalslaute den Ton an und sorgten für jenen eigenartigen Sound, der nicht hiesigen Hörgewohnheiten entspricht und dennoch angenehme Hörempfindungen auslöst.

Mit indischen Speisen verglichen, sind die Sitar-Klänge das würzige Curry, oder eine unergründliche andere indische Gewürzmischung beim Musizieren, das an die Geschichten aus „Tausend und einer Nacht“ erinnert. Auch im Musiksaal der Sommerakademie war das Teppichpodium aufgebaut. Links und rechts daneben der Konzertflügel und das recht umfangreiche Drummer-Set. Dezent, aber nicht übersehbar elektronisches Gerät am Piano, zu Füßen des Sitar-Spielers und am Drummer- Instrumentarium. Die Sitar mit ihrem birnenförmigen Korpus aus Holz, den kleinen Schalllöchern und dem flachen Hals mit mindestens 16 beweglichen Bünden und vier oder sieben Metallsaiten weckte bei den knapp 30 Zuhörern ein gerüttelt Maß Neugier. Genau wie der zu erwartende Sitar-Spieler Matyas Wolter, neben der, wie es sich alsbald beim Musizieren herausstellte, „Wirbelwind-Pianistin“ Beate Wein und dem Drummer Aaron Christ, einem gebürtigen Thüringer.

Die zu erwartende Musik war als Jazz-Konzert angekündigt. Und als Mathyas Wolter mit präparierten Fingerspitzen in die Saiten griff, diese zupfte und mit seitlichem Zug entlang des abgedrückten Bundes so straffte, dass der Ton ins Glissando glitt und eben „indisch“ klang, kam die jazzige Rhythmik noch hinzu. Beate Wein am Piano passte sich mit ihrem Spiel nicht nur an, sondern war stets für einen Melodieführungswechsel zu haben. Keiner beanspruchte die Dominanz im Spiel, nicht einmal der Drummer. Ihm wurden neben seinem, den Klang komplettierenden Agieren auch kleine Soli gegönnt.

Wolter hat das Sitar- Spielen in Kalkutta 15 lange Jahre bei einem Meister im 16- Stundentag gelernt, geprobt und zu einer Perfektion gebracht. „Als wir vor 13 Jahren unser erstes Stück mit Sitar, Klavier und Schlagzeug kombinierten, merkten wir, es geht gut. Und es wird immer besser. Wenn man sein Herz öffnet und sich verbündet, dann kann nur Gutes kommen“, sagte Beate Wein. Und die Zuhörer erlebten Gutes.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren