Kickelhahnsanierung wird eine Viertelmillion teurer

Ilmenau.  Der Haupt- und Finanzausschuss des Ilmenauer Stadtrates beschließt Gelder zur Grundreinigung der Feuerwachen in Frauenwald und Stützerbach.

Horizontal und vertikal versuchten die Gäste des Richtfestes im Mai die Abstandsregeln beim Aufstieg auf den Kickelhahn-Turm zu beachten.

Horizontal und vertikal versuchten die Gäste des Richtfestes im Mai die Abstandsregeln beim Aufstieg auf den Kickelhahn-Turm zu beachten.

Foto: Ralf Ehrlich / Archiv

Über eine neue Verordnung des Landes zu Pandemie-Maßnahmen hatte die Stadt Ilmenau am Donnerstagabend noch keine Informationen, somit habe man auch noch keine Entscheidungen getroffen, sagte Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss.

Die Schwimmhalle, die erst am Sonntag eröffnet worden ist, werde es wohl treffen, das sei tragisch. „Ich habe mir aber auch abgewöhnt, es zu bewerten“, so das Stadtoberhaupt.

Dann ging er auf den Stand des Haushaltsentwurfes 2021 ein. Noch klaffe in Einnahmen und Ausgaben ein Defizit von 2,5 Millionen Euro. Damit müsse man noch bei den Ausgaben einsparen. Man stehe vor großen Unsicherheiten, bedingt durch die Pandemie-Situation und nicht kalkulierbare Steuereinnahmen. Zudem komme noch, dass die Stadt bei mehreren Straßen die Straßenbaulast von Land und Kreis übernehmen müsse.

Das würde massive Kostensteigerungen mit sich bringen, da es sich zumeist um Straßen mit einem hohen Instandhaltungsbedarf handeln würde, wo eine grundhafte Sanierung angebracht sei. Dennoch will die Stadtverwaltung zur Stadtratssitzung am 12. November den Stadträten einen ausgeglichen Haushalt vorlegen, hieß es.

Der Hauptausschuss stimmte mehreren überplanmäßigen Ausgaben zu, darunter nahm die für die Kickelhahnsanierung den größten Posten ein. Diese wird gegenüber den Planungen um 255.000 Euro teurer, damit liegen die Gesamtkosten bei 1,14 Millionen Euro. Der Mehrbedarf habe sich nach überarbeiteter Kostenrechnung des Ingenieurbüros Guttwein ergeben. Grund hierfür sind die Auflagen der Denkmalbehörde hinsichtlich der Gestaltung der Balkone und der Außentreppe sowie der Innenputz und der bauliche Zustand der Turmkrone, hieß es in der Begründung.

Das Bauamt sprach von enormen Bauwerkschäden, die Krone war 12 Zentimeter aus dem Lot geraten, unter dem Turm befand sich so gut wie kein Fundament mehr, das Denkmalamt habe unter anderem gefordert, dass der Balkon wieder herzurichten sei. „Der Turm ist jetzt für die Ewigkeit gemacht. Der stand nur noch dort, weil er schon immer dort stand“, sagte Schultheiß zu den Sanierungsarbeiten. Man werde aber die Außenanlagen noch herrichten und dabei auch die Moderne berücksichtigen. So wird es einen Wlan-Hotspot und eine 360-Grad-Kamera geben, die die Stadt für ihr Marketing nutzen möchte. Die Deckung der Mehrausgaben erfolgt aus der Rücklage.

Weitere außerplanmäßige Ausgaben betrafen die Feuerwachen Frauenwald und Stützerbach. In beiden sei eine zwingend notwendige Grundreinigung durch eine Firma durchzuführen, die bei der Haushaltsplanung 2020 nicht berücksichtigt wurde. Die beschlossen Ausgaben für Frauenwald und Stützerbach betragen je 1682 Euro.

Der Befall mit Borkenkäfer im Kommunalwald nimmt weiter zu. Die Entfernung des Schadholzes aus den Beständen sei dringend und zeitnah notwendig, um größeren Schaden durch Ausbreitung des Schädlings vorzubeugen. Die für das 2. Halbjahr beauftragten 2000 Festmeter Einschlag reichen nicht aus. Es kommt zu weiteren 2000 Festmetern Einschlag. Hierfür wurden als überplanmäßige Ausgabe 50.000 Euro eingestellt und vom Ausschuss bewilligt.

Der Haushaltsansatz in Höhe von 20.000 Euro für eine Notvariante zur Ableitung des Fremdwassers auf dem Friedhof Gehren reicht nicht aus. Während der Bauphase wurde festgestellt, dass die Ableitung des Fremdwassers nur in eine Vorflut der Schobse möglich ist. Da der Planungsaufwand für diese Baumaßnahme sehr umfangreich ist, soll dieser 2020 beginnen, um die Maßnahme im nächsten Jahr umzusetzen. Hierfür wurden zusätzliche 55.000 Euro eingestellt.