Kinder bauten Insektenhotel für den Auerhahn

Ilemnau (Ilm-Kreis). „Kickis Waldabenteuer“ lockte sogar Merle aus Leipzig zum Jagdhaus Gabelbach. Angekündigter Falkner kam wieder nicht.

Die Studenten der Forstwirtschaft, Sara, Daniel und Enrico (von links), klärten die Kinder am großen Insektenhotel über Insekten im Wald auf. Foto: Hanns Stamm

Foto: zgt

Treffpunkt am Samstag hoch droben über Ilmenau, am Jagdhaus Gabelbach – „Kickis Waldabenteuer“ rief. Trotz sengender Hitze, die Thermometer zeigten über dreißig Grad Celsius an, folgten acht Kinder Kickis Ruf. Sie kamen nicht allein, sondern waren in Begleitung ihre Mütter und Väter.

Die freudigen Gesichter der Kinder trübten sich ein, als sie erfuhren, dass der Falkner auch heute nicht kommt, wie schon vor vier Wochen. Stimme aus dem Kinderkreis: Da hätten wir doch bei der Hitze gar nicht hierher kommen brauchen.

Die drei Studenten der Forstwirtschaft und Waldpädagogik aus Erfurt, Enrico, Sara und Daniel, hatten sich aber schon im Vorfeld Gedanken gemacht, wie man die eventuell aufkeimende Traurigkeit schnell aus den Kinderköpfen bringen kann. Ein Fledermausspiel sollte ihnen dabei hilfreich zur Seite stehen.

Und schnell wollten die Kinder wissen, was denn ein Fledermausspiel sei, und wie es schien, war der Falkner vergessen. Er soll, so wurde verkündet, wenn es nicht mehr so heiß ist, im September zu „Kickis Waldabenteuer“ kommen, dann aber wirklich.

Sara erklärte jetzt, was ein Fledermausspiel ist. Eines der Kinder bekommt die Augen verbunden und ist somit, wie die Fledermaus, nicht in der Lage zu sehen. Die anderen Kinder spielten die Falter und riefen quasi im Sekundentakt: Falter, Falter. Somit wusste die Fledermaus, wo ihre Mitspieler, im richtigen Leben die Nahrung für die Fledermaus, sich bewegen. Und schnell hatten die Kinder, die aus Ilmenau ebenso kamen wie aus Arnstadt, Manebach, Geschwenda und sogar aus Leipzig, das Spiel begriffen, und rund ums Jagdhaus Gabelbach war die heiße Luft schnell von fröhlichem Kinderlachen erfüllt.

Anschließend wurde an „Kickis Hütte“ gebastelt, ein Insektenhotel für den Auerhahn. Die drei Studenten erklärten aber im Vorfeld erst einmal, dass der Auerhahn selbst keine Insekten frisst, sie aber trotzdem braucht, zur Aufzucht seines Nachwuchses. Dann ging es ans Basteln. Benötigt wurden: ein ausrangierter Blumentopf, ein Stückchen Holz, ein Strick, Stroh und ein Netz, hierfür eignet sich ein Stückchen von einem Kartoffelsack.

Aus Blumentöpfen wurden Insektenfallen

Nachdem nun an dem einen Ende des Strickes das kleine Stückchen Holz festgebunden wurde, zogen die Kinder den Rest des Strickes durch die Öffnung im Blumentopf.

Somit war schon die Voraussetzung geschaffen, dass der Blumentopf später aufgehangen werden konnte. Nun wurde der Topf mit dem Stroh gefüllt und anschließend das Netz über die große Öffnung gespannt und festgebunden, damit das Stroh auch im Topf blieb.

Jedes Mädchen und jeder Jungen konnten sich ihre Insektenfalle mit nach Hause nehmen. Der kleine Paul aus Geschwenda saß ein wenig wie auf Kohlen, denn sein Vater hatte ihm versprochen, dass man nach dem Abenteuer im Wald noch ins Freibad geht, da Paul doch an diesem Tag Geburtstag hatte und sechs Jahre alt wurde. Paul: „Ich kommen dieses Jahr noch in die Schule, da freue ich mich drauf.“ Julian aus Ilmenau sagte das auch, allerdings wird er in Ilmenau eingeschult. Da sehen sich die Jungs gar nicht mehr, dabei hatten sie gerade beim Bauen des Insektenhotels Freundschaft geschlossen.

Nach der Umwandlung von Blumentöpfen in Insektenhotels durchstreiften die Kinder noch ein wenig den Wald und lernten Baumarten ebenso kennen wie kleine Insekten, die sich auf dem Waldboden tummelten.

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