Kindergarten im Landtag aufs Maul geschaut

Heyda.  Pamela Chiara findet Australien nicht. Sie landet beim Apres-Ski auf einer Hütte in Austria. In der Schenke von Heyda aber war alles an Bord.

Politischer Kindergarten im Landtag auf den Punkt gebracht.

Politischer Kindergarten im Landtag auf den Punkt gebracht.

Foto: André Heß

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In Zeiten des Klimawandels werden SUV-Fahrer in Heyda am Ortseingang abgefangen und müssen als Alternative das Klapprad aus dem Kofferraum holen. Der Ortsteilbürgermeister versteckt vor der Horde aufgebrachter Freitags-Aktivisten in seinem Büro die letzte Wasserflasche. Dabei hat er doch schon alle Kohle- und Kernkraftwerke im Umkreis abschalten lassen und er hat einen Heedschen Auswanderer (Crocodile Horst) zum Gucken und Abgucken auf den 5. Kontinent geschickt.

Ihm folgt Klimaaktivistin Gerda Thunfisch und zusammen mit „einer ganz schön verpeilten“ Lisa als Work- and-Travelerin (Influencerin) moderieren sie durch die Faschingsshow. Heyda ging am Samstag zum 2. Büttenabend „Down Under“. Im Outback treffen sie auf einen Aborigine: Der sprach nicht viel, aber wenn, dann klang das immer aus dem tiefsten Brustton der Überzeugung: „Didgeridoo, Känguru, Uluru“ und das nächste Wort leitete den folgenden Programmteil ein.

Damenballett sorgt mit Sträflingstanz für gute Stimmung

Drei Stunden brennt der 1. HCV ein atemberaubendes Feuerwerk an Einfällen ab. Die Ideenschmiede fängt schon bei der Umsetzung der Eintrittskarten und Tischnummern-Blätter an, geht natürlich über das Bühnenbild bis hin zu den selbst gedrehten Videosequenzen. Das lässt sich auch der ehemalige Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber als Dauergast nicht entgehen, den sie mit „Schlapphut“ begrüßen.

Goethes gesammelte Werke werden in einer Rede auf die aktuelle Politik umgemünzt, da kommt dann auch schon mal „Erdoarsch im Größenwahn“ vor. Kinder und Männer tanzen auf engstem Raume in der Schenke von Zugabe zu Zugabe, aber das Damenballett bringt den Saal vor allem mit dem Sträflingstanz wirklich zum Beben.

Womit wir beim politischen Beben angekommen sind. Besser konnte man den Thüringer Kindergarten im Landtag nicht inszenieren, als mit den bösen Buben und Mädels, die sich zwar wieder mal rauften, aber nicht zusammen. „Halt’s Maul Björn!“, hieß es da und „Thomas, nimm endlich die verdammte Krone ab!“

Mit einem Traktor nach Berlin zur Bauerndemo hin, singt die Sängergruppe und dann kommt die obligatorische Werbung, bei der echte mit inszenierter verkuppelt wird, was immer ein Mordsgaudi ist.

Natürlich lag das Dschungelcamp in Down Under nahe, Sonja und Daniel moderiert die X-Promis und stellt ihnen unlösbare Aufgaben: Der Wendler sollte mit einer Frau schlafen, aber die musste volljährig sein! Die neue SPD-Spitze war sich Aufgabe genug und scheitert bereits bei der gegenseitigen Vorstellung ihrer Namen, Trump und Johnson sollen einen Männerfriseur eröffnen, allerdings in der Arktis.

Dann wird abgetaucht. Thomas und Matthias erforschen die Untiefen des Dorflebens in der Bütt, das legendäre Duo hat wieder Begebenheiten des letzten Jahres ausgekramt und genüsslich verhohnepipelt. Eingekeilt von einer Kuhherde muss eine Steakhouse-Besuchergruppe die Rache der Euterträger ertragen, sie hatten schließlich zuvor deren Schwestern aufgefuttert.

Ein Student will seine Haustürschlüsselschusseligkeit mit Kreditkarte, Kabel und Klopapier überlisten. Sein Kumpel aber ist schlauer: Auf seinem Konto ist zwar nichts drauf, aber die Tür brachte sie noch auf. Die Umweltfibel, was man wo in welchem Nest wie und warum entsorgen lässt, macht um den Heyda-Eintrag einen großen Bogen und ein brummender, quietschender und knatternder Rettungshubschrauber wirbelt bei der Nachbarschaft ganz schön viel Staub auf, denn er war im falschen Gehöft gelandet. Übrigens, was hören Kängurus am liebsten? Hip-Hop, natürlich.

Trotzdem der 1. HCV sich an den australischen Gepflogenheiten amüsierte, wurden die verheerenden Buschbrände zuletzt nicht vergessen. Ein Sparschwein wurde aufgestellt, die Spendengelder gehen an das Australische Rote Kreuz und den WWF.

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