Konzeption für den Lindenberg sieht Trennung von Nutzern vor

Das Ausbauvorhaben auf dem Ilmenauer Hausberg spaltet die Einwohner in Befürworter und Gegner. Die erste Planungsphase ist abgeschlossen.

Der Blick vom neuen Lindenberg-Aussichtsturm auf Ilmenau. Die Bewohner der Stadt sind in der Frage der Ausbaupläne auf dem Hausberg gespalten.

Der Blick vom neuen Lindenberg-Aussichtsturm auf Ilmenau. Die Bewohner der Stadt sind in der Frage der Ausbaupläne auf dem Hausberg gespalten.

Foto: Arne Martius

Ilmenau. Die Erarbeitung einer Konzeption für den Ilmenauer Lindenberg hat die erste von insgesamt drei Planungsstufen hinter sich gelassen. Die Ergebnisse wurden am Montag in einer öffentlichen Sitzung von Kultur- und Sportausschuss, sowie dem für Wirtschafts-, Umwelt- und Verkehrsfragen zuständigen Gremium vorgestellt. Sie sehen eine Teilungs des Bergs in einen aktiven Bereich für Familien im Osten und einen Teil für den Mountainbike- und Downhillsport im Westen vor. Bindeglied könnte ersten Überlegungen zufolge ein gemeinsam genutzter Lift an der Stelle werden, an der sich schon jetzt vier Aufzugsanlagen an der sogenannten Alpine befinden, von denen allerdings nur noch eine den Anforderungen von Sicherheitsprüfern gerecht wird. Einbezogen werden sollen alle bereits vorhandenen Anlagen, darunter Rodelbahn, Eisstockanlage und Tennisplatz.

Ziel ist es, eine strikte Trennung zwischen Wanderern und Radsportlern vorzunehmen. Deswegen soll die eine Seite des Berges mit familienorientierten Angeboten bestückt werden, auf dem anderen Bergrücken werden den Planungen zufolge Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen platziert. Die Vorstellung der Ergebnisse sei nur die Grundlage für die weitere Planung. „Wir befinden uns in einem frühen Stadium. Es gibt weiterhin die Möglichkeit, sich dazu zu äußern“, sagte Sandra Schönfeld vom beauftragten Ingenieurbüro Bauprojekt Ilmenau (BPI).

Geäußert haben sich inzwischen schon Behörden, Verbände und Vereine. Vor allem Naturschützer pochen auf eine möglichst geringe Eingriffe in die Natur. Explizit hervorgehoben wird dabei das Vorkommen an Kreuzottern am Lindenberg. Touristische Verbände, der Ilmenauer Radsportclub (ILRC) und auch der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub (ADFC) sprechen sich hingegen dafür aus, den Ausbau der Mountainbikestrecken nicht zu kleinlich zu betreiben und das Angebot mit der weiteren Umgebung zu vernetzen, um einen größtmöglichen Freizeitwert zu erzielen. Die Phönix Fluß- & Schwerspat Bergwerk GmbH in Gehren wies auf alte Hinterlassenschaften des Bergbaus hin, die beim Anlegen von Strecken berücksichtigt werden sollten.

Tief gespalten sind in der Frage der Lindenbergkonzeption hingegen die Ilmenauer, die am Montag bei der öffentlichen Versammlung das Wort ergriffen. Während die einen den Eingriff in die Natur kategorisch ablehnen, sehen andere im Ausbau die Chance, Ilmenau gerade für junge Leute attraktiver zu machen. „Der Berg wird kaputt gemacht!“ – „Man muss schon was anbieten, wenn aus der Region kein Friedhof werden soll“, waren die Meinungspole der Sitzung.

„Es ist ein Eingriff, das muss man schon sagen“, sagte Peter Effenberger, Geschäftsführer der in die Planungen einbezogenen Racement GmbH. Denn um das Ziel zu erreichen, Wanderer und Mountainbiker zu trennen, brauche man neu angelegte Strecken. Die aber sollten schon im Interesse der Nutzer schmal und naturbelassen sein – wenngleich zu deren Ausstattung technische Schikanen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gehören. Auch eine Route für Nutzer von elektrisch unterstützten Fahrrädern findet sich in der Ideensammlung wieder. Im Bereich Familienangebote schweben Effenberger ein Bergbau-, Forscher- oder Märchenweg vor. In der nächsten Planungsstufe sollen weitere Möglichkeiten untersucht werden – wie etwa auch ein Kletterwald, sagte Sandra Schönfeld.

Auf Kritik stieß, dass zwar das grobe Konzept der Angebote steht, der Konzeption aber noch keine Details zur Verkehrsanbindung und zu den Parkplätzen zu entnehmen sind. Das aber, versicherte Peter Effenberger, sei im nächsten Schritt zu klären.

Auch die Kosten des Vorhabens und die Fördermöglichkeiten sollen Gegenstand der zweiten Planungsphase werden. Mit weiteren Ergebnissen ist im kommenden Frühjahr zu rechnen.

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