Kritik am Zustand des Kickelhahner Wegs

Ilmenau.  Ein Abschnitt des Kickelhahner Wegs sorgt für Kritik in Ilmenau. Doch laut Stadtverwaltung soll der Teil naturbelassen bleiben.

Kritik am Zustand Kickelhahner Weg Ilmenau

Kritik am Zustand Kickelhahner Weg Ilmenau

Foto: Sebastian Hirst

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Am Zustand des Kickelhahner Wegs bei Ilmenau gibt es massive Kritik. Abschnitte der Strecke sind ausgespült, grobes Gestein sorgt für eine rutschige Oberfläche. „Das ist nichts, was man Besuchern der Gegend als Hauptwanderweg verkaufen kann“, ist der Grundtenor von Leserbeschwerden in der Redaktion. Andere sehen eine große Gefahr in dem Zustand. „Ich frage mich, ob einem Wanderer erst etwas passieren muss, bevor gehandelt wird. Wer wird dann zur Rechenschaft gezogen?“, meint der Ilmenauer Benjamin Remdt. Er selbst sei seit Mai an dem Thema dran und habe mehrmals bei der Stadtverwaltung vorgesprochen. Auch im Hauptausschuss wurde die Problematik von CDU-Fraktionsvorsitzendem Thomas Fastner bereits auf die Tagesordnung gesetzt, doch geändert hat sich bislang nichts.

Eigentümer der Flächen ist der Thüringenforst, zuständig für die touristische Infrastruktur die Stadt. Beide Seiten haben nach einer Anfrage unserer Zeitung zu dem Thema beraten, doch die Antwort dürfte die Kritiker nicht zufrieden stellen. „Der Kickelhahner Weg ist als Teilabschnitt des Hauptwanderweges Eisenach-Jena auf vielen Abschnitten ein Fußpfad, an den nicht die gleichen Ansprüche gestellt werden können, wie an einen Forstweg oder einen Promenadenweg. Zielgruppe sind hier Wanderer mit entsprechender Ausrüstung (Wanderschuhe), die auch den bezeichneten Abschnitt problemlos begehen können“, teilte Forstamtsleiter Hagen Dargel mit. Geländebedingt gebe es auf Abschnitten des Weges immer wieder Ausspülungen, „die nur sehr aufwändig beseitigt werden können“, so der Forstamtschef. Hinzu kommt in diesem Fall: Der Bereich ist viel zu schmal für den Einsatz von Technik.

Die Strecke wird zudem von Mountainbikefahrern genutzt, stellte Dargel anhand frischer Reifenspuren fest.„Diese haben sich von hier ausgehend auch einen illegalen Trail durch die Waldbestände geschaffen“, so der Forstamtsleiter.

Aktuell sehen er und die Ilmenauer Stadtverwaltung „keinen akuten Handlungsbedarf“. Bei der Klassifizierung der Wanderwege im Jahr 2015 wurde der Abschnitt zum Kickelhahn als Pfad eingeordnet, erklärte Sport- und Betriebsamtsleiter Lars Strelow. „Das bedeutet naturbelassen – aber benutzbar“, sagte er. Zu dieser Kategorie gehören Wurzelanteile, Kanten – und eben auch Ausspülungen. „Naturbelassene Wegeabschnitte werden von vielen Wanderern und Naturfreunden gewünscht und spielen z. B. bei der Zertifizierung eine wichtige Rolle“, lautete die Einschätzung aus dem Rathaus. Die Unterhaltung dieser Strecken erfolge unter ökologischen Gesichtspunkten.

Aus Sicht von Hagen Dargel treffe der Zustand von Teilen des Kickelhahner Wegs in diesem Bereich auf viele Gebirgswege zu. „Ich erinnere nur an den Goethewanderweg, bei dem es für die Zertifizierung wichtig war, möglichst viele naturbelassene Abschnitte zu haben“, teilte er unserer Zeitung mit.

Nach den nächsten Starkregenereignissen soll der kritisierte Abschnitt allerdings noch einmal begutachtet werden, fügte er hinzu. Daraus könnte sich „dann eventuell eine Handlungsoption ergeben“, heißt es aus dem Forstamt Frauenwald.

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