Lindenberggymnasium mit thüringenweit einmaligem Angebot

Ilmenau.  Europaklassen wurden beim Tag der offenen Tür in Ilmenau vorgestellt. Mit sechs anderen Ländern findet ein regelmäßiger Schüleraustausch statt.

Hannah Bauer und Luciana Gramsch (von links) sind in einer Europaklasse des Ilmenauer Lindenberggymnasiums und hielten zum Tag der offenen Tür länderspezifischen Köstlichkeiten parat.

Hannah Bauer und Luciana Gramsch (von links) sind in einer Europaklasse des Ilmenauer Lindenberggymnasiums und hielten zum Tag der offenen Tür länderspezifischen Köstlichkeiten parat.

Foto: Ralf Ehrlich

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Thüringenweit einmalig sind die Europaklassen des Ilmenauer Gymnasiums „Am Lindenberg“. Schüler der neunten und zehnten Klassen beschäftigen sich im Fach Gesellschaftswissenschaft ausschließlich mit dem Thema. Zum Tag der offenen Tür des Gymnasiums stellten die Schülerinnen Luciana Gramsch und Hannah Bauer Ergebnisse aus dem Unterricht und den Projekten vor. Die beiden 16-Jährigen gehörten zu den Ersten, die in einer der besonderen Klassen lernen. Zugleich fand ein Austausch mit Schulen in Frankreich, Norwegen und Italien statt, Besuche in den Ländern eingeschlossen. Den Austausch ermöglicht ein Förderprogramm der Europäischen Union. Seit über zwei Jahrzehnten unterhält das Gymnasium zudem Partnerschaften mit anderen Schulen in Europa. Dazu gehören zum Beispiel das Lyzeum Kleczew/Polen, die Audi-Hungaria-Schule Györ/Ungarn und das Frederiksborg-Gymnasium in Hilleroed/Dänemark. Seit 26 Jahren hat das Gymnasium den Titel Europaschule, so Lehrerin Conni Sperling.

Medienschule ist ein weiterer Titel. „Wir können in jedem Klassenraum digital arbeiten“, sagt Sabine Knoll. Die Schulleiterin verweist auf zwei neue Computerräume, die die beiden vorhandenen ergänzen. „Wir sind technisch auf dem neuesten Stand“, betont Alexander Kaiser. Der Lehrer für Informatik und Mathematik unterrichtet beispielsweise in der siebten Klasse das Fach Mathe-Media. „Wie und ob der Computer im Unterricht genutzt wird, hängt vom Fach und dem Lehrer ab“, so Kaiser weiter. „Aber selbst im Fach Informatik gibt es einige Sachen, die nicht am Rechner, sondern auf einem Blatt Papier stattfinden.“

Freitag schauten sich Schüler der vierten Klassen mit ihren Eltern im Gymnasium um. Schüler und Lehrer hatten einiges vorbereitet, um den potenziellen neuen Gymnasiasten einen guten Eindruck von der Bildungseinrichtung zu vermitteln. Schon am Eingang standen Schüler einer neunten Klasse und informierte die Besucher über das Angebot. Vier bis fünf neue fünfte Klassen könnten im nächsten Schuljahr starten, so die Schulleiterin. Derzeit sind es drei. Rund 300 Grundschüler waren bereits im Vorfeld zu den Schnuppertagen gekommen.

Neben den Viertklässlern schauten sich auch Regelschüler aus zehnten Klassen um. Für sie besteht die Möglichkeit, am Lindenberggymnasium in drei Jahren das Abitur zu absolvieren. Bedingung dafür ist ein bestandener Regelschulabschluss und natürlich ein annehmbarer Durchschnitt. Aktuell gibt es pro Jahrgang eine Klasse für die ehemaligen Regelschüler.

50 Lehrer kümmern sich um rund 600 Schüler. Hinzu kommen drei Referendare, eine Schulsozialarbeiterin und Praxissemesterstudenten. Denn das Gymnasium ist auch Ausbildungsschule. Referendare bereiten sich auf ihr zweites Staatsexamen vor. Das Gymnasium übernimmt für die Universität Jena die Praxissemesterbetreuung der angehenden Lehrer. Vom Thema Lehrermangel ist das Gymnasium wie jede andere Schule betroffen, sagt die Schulleiterin auf Anfrage. „Das ist eine unkalkulierbare Größe, mit der wir arbeiten müssen.“ Die Schulleiterin freut sich, dass sie einen neuen Kollegen begrüßen kann, der als Seiteneinsteiger zu Lehrerberuf fand. Er wird noch nebenbei qualifiziert und unterrichtet bereits in den Fächern Mathematik und Physik.

Ein Projekt heißt „Hörsaal statt Klassenzimmer“. 116 Schüler der elften Klassen waren im Sommer zwei Tage lang an der Technischen Universität Ilmenau. Es sollte gezielt auf das Studieren vorbereitet werden. Themen wie das Formulieren einer Forschungsfrage, wissenschaftliches Schreiben und das effiziente Nutzen von Textverarbeitungsprogrammen standen auf dem Vorlesungsplan. Da gab es eine Vielzahl von neuem Wissen, was das Schreiben der Arbeit dann doch enorm erleichtern kann. Auch das wissenschaftliche Recherchieren offenbarte viele Möglichkeiten gezielt und effektiv an wissenschaftliche Fachliteratur zu kommen.

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