Lutz Gebhardt kritisiert Poller auf Radwegen

Arne Martius
| Lesedauer: 2 Minuten
Abgebrochen ist dieser Poller auf dem Radweg in Langewiesen. Ein Radfahrer musste danach ärztlich behandelt werden. Foto: privat

Abgebrochen ist dieser Poller auf dem Radweg in Langewiesen. Ein Radfahrer musste danach ärztlich behandelt werden. Foto: privat

Foto: zgt

Sie sollen aus Sicht der Bauverantwortlichen eigentlich Radfahrer schützen, doch passionierten Zweiradreisenden wie Dr. Lutz Gebhardt sind sie schon lange ein Dorn im Auge: Poller auf Radwegen.

Langewiesen. Erst jüngst entlud sich der Zorn des radtouristischen Sprechers für Thüringen bei einem Stammtisch des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Ilmenau. Zu Gast in der Runde war Jens Thiele vom Langewiesener Bauamt, der die Absperrpfähle verteidigte. Sie würden Radler vor unbefugter Benutzung der Radwege durch Autofahrer schützen, argumentierte er. Zur Sicherheit wurden vor den Pollern noch Markierungen aufgebracht, die Radfahrer auf das Hindernis aufmerksam machen sollen.

Lutz Gebhardt aber erkennt in den Metallstangen lediglich ein Gefahrenpotenzial. Und so wirbt er in den Verwaltungen nicht nur dafür, dass die Poller auf dem Ilmtalradweg wenigstens zum Teil wieder ab-, sondern auf dem neuen Bahntrassenradweg in Richtung Großbreitenbach gar nicht erst aufgebaut werden.

Wolle man auf einem Abschnitt wie in Langewiesen motorisierten Verkehr auf dem Radweg vermeiden, würde bereits eine Sperre reichen, appelliert er. Das aber ist aus Sicht von Jens Thiele ein gewagtes Unterfangen: Fährt ein Autofahrer trotz Verbots auf dem Weg und werde erst spät von einem Poller gestoppt, müsse er sich mangels Wendemöglichkeiten rückwärts hangeln. "Was ist, wenn er dann auf Radfahrer trifft?", fragt Jens Thiele.

Dr. Gebhardt teilt diese Argumente nicht. Bestätigt fühlt er sich erst recht seit einem Vorfall, dessen Zeuge er am Sonntagmittag durch Zufall wurde. Kurz vor der ICE-Brücke aus Richtung Ilmenau kam ein Radfahrer zu Fall - vermutlich, weil er an einem Poller hängen geblieben war. Jedenfalls muss der Aufprall so heftig gewesen sein, dass die Stange am Fuß abbrach. Ein Krankenwagen behandelte den Verletzten und Gebhardt ärgert sich: "Muss denn noch mehr passieren?" Zumal die Hinweise auf die Poller in diesen Tagen nicht immer von Gästen erkannt werden - weil sie mit Laub bedeckt sind.