Mann im Ilm-Kreis stirbt an Corona - Feuerwehr bei Quarantäne-Einsatz an Belastungsgrenze

Neustadt.  Ein Mann aus Neustadt ist am Coronavirus verstorben. Die Feuerwehr Großbreitenbach übernimmt in dem Ort unterdessen Polizeiaufgaben und kommt an ihre Grenze.

Ein Polizist in Vollschutzanzug sowie Feuerwehrleute stehen am Ortseingang von Neustadt am Rennsteig.

Ein Polizist in Vollschutzanzug sowie Feuerwehrleute stehen am Ortseingang von Neustadt am Rennsteig.

Foto: Sascha Fromm

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Es gibt den ersten Corona-Todesfall bei einem Bewohner aus dem Ilm-Kreis. Wie das Landratsamt mitteilte, erlag der 57-jährige Mann aus Neustadt, der am Samstag beatmungspflichtig in das SRH Klinikum nach Suhl mit einer Coronavirus-Infektion eingeliefert wurde, am Mittwoch seiner Erkrankung. Mit Stand Mittwoch, 25. März, gibt es 24 Fälle einer bestätigten Coronavirus-Infektion im Ilm-Kreis, die vier neuen Fälle sind nicht aus Neustadt. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog

Zu den Erkrankten im Ilm-Kreis wurden bisher 463 Kontaktpersonen ermittelt. Das Gesundheitsamt arbeite in drei Teams auf Hochtouren an der Bearbeitung der Fälle und Ermittlung der Kontaktpersonen. Am Dienstag habe in Ilmenau eine Abstrichstelle die Arbeit aufgenommen, eine weitere gibt es bereits in Arnstadt.

Seit Sonntag sind die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus Großbreitenbach nonstop im Drei-Schicht-System für die Absperrungen im Quarantäne-Dorf Neustadt im Einsatz, also auch in der Nacht bei minus sechs Grad. Zwei Ortseingänge werden inzwischen aus Mangel an Kräften nur noch von ihnen bestreift, die Durchfahrt von Autos sei aber dort baulich verhindert, an der dritten Absperrstelle am Ortseingang, aus Richtung Großbreitenbach kommend, halten sie aber noch rund um die Uhr Wache. Hier befindet sich der Umschlagplatz für Lieferungen von Essen, Medikamenten, Post.

Feuerwehr übernimmt Polizeiaufgaben

Drei Kameraden wechseln sich hier jeweils ab. „Auf Dauer ist das von ihnen nicht durchzuhalten, wir sind an der Leistungsgrenze“, sagte Großbreitenbachs Stadtbrandmeister Uwe Fröhlich auf Nachfrage unserer Zeitung. Seine Leute sind ja eigentlich berufstätig, bekämen bisher auch keine Freistellung aus ihrem Betrieb. Die Absperrkontrollen seien eigentlich Aufgabe der Polizei, doch diese sei durch die Bewachung der Erstaufnahme in Suhl und der von dort nach Arnstadt in eine ehemalige Arrestanlage überstellten 25 Asylbewerber, die sich den Quarantäne-Maßnahmen widersetzten, wohl gebunden.

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Die Landrätin bemühe sich aber um eine Lösung. Sie habe deswegen auch schon mit dem Ministerpräsidenten gesprochen, bisher erfolglos. Dazu kam als weitere Aufgabe der große Brandeinsatz am Montag in Katzhütte. Dort waren 16 Feuerwehrleute aus Großbreitenbach und vier aus Altenfeld mit fünf Fahrzeugen im Einsatz. Die Feuerwehrleute aus Neustadt verteilen derweil die Medikamente im Ort. Sie tragen dabei Handschuhe und Mundschutz, klingeln an der Tür und stellen die Sachen dort ab, um jeglichen Personenkontakt zu vermeiden.

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Nach einer neuen Allgemeinverfügung von Mittwoch sollen laut Landratsamt die Quarantäne-Maßnahmen für den Ortsteil Neustadt der Landgemeinde Großbreitenbach nicht mehr für die Bewohner der Straße Kahlert bestimmt sein. Bisher habe es für Kahlert überhaupt keine Quarantäne-Verordnung gegeben, sagte hingegen Stadtbrandmeister Uwe Fröhlich auf Nachfrage. Das lässt wiederum bei den Neustädtern Fragen offen, da die Bewohner aus Kahlert sowohl verwandtschaftlich mit Neustadt verbunden sind als auch dort im Lebensmittelmarkt einkaufen waren.

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