Mehr als 200 Schüler bei den Waldjugendspielen in Ilmenau-Roda

Ilmenau-Roda (Ilm-Kreis). Dörnfelder siegen, Ilmenau und Plaue unter den Erstplatzierten. 35 Mitarbeiter zweier Forstämter sichern Veranstaltung ab.

Zwei Minuten Zeit haben Robert (links) und Luca aus der Klasse 3/4 b der Zink-Schule beim Schnellsägen. Forstwirt Steffen Horn (rechts) stoppt die Zeit und gibt Tipps. Foto: Ralf Ehrlich

Foto: zgt

„Kommt schon, Ihr seid doch Männer“, ruft Emely Mittwochvormittag lautstark ihren Mitschülern aus der Klasse 3/4 e zu. Die Neun- bis Elfjährigen aus der Ilmenauer Karl-Zink-Schule rennen mit Holzstücken durch den Wald bei Roda und versetzen einen Stapel.

Zwei Forstamtsmitarbeiterinnen stoppen die Zeit und vergeben Punkte. Diese sammeln die Zinkschüler auch an den anderen zwölf Stationen der Waldjugendspiele so fleißig, dass sie gemeinsam mit der Grundschule aus Plaue auf dem zweiten Platz landen. Sieger des Wettbewerbs des Frauenwalder Forstamtes ist die 3. Klasse der Dörnfelder Grundschule.

Die Erstplatzierten bekommen Geld für die Klassenkasse, alle Gruppen Urkunden und einen Holzpilz als Erinnerung. Über 200 Schüler aus 12 Klassen gehen an den Start. 2,5 Kilometer lang ist der Rundkurs mit den Stationen. Tastbox, Waldarbeiterwerkzeuge oder Zapfenzielwurf sind die Disziplinen. Dazu müssen acht Baumarten und Bodenpflanzen bestimmt werden.

Außer ihren Lehrern begleiten die Schüler auch sogenannte Forstpaten. Das sind meist Revierförster, wie André Deglau. Mit seinem Jagdhund, einer Dachsbracke namens Antek, geht er auf den fast dreistündigen Rundkurs. 31 Mitarbeiter des Forstamtes Frauenwald sowie vier aus Erfurt-Willrode sind den ganzen Tag bei den Waldjugendspielen eingespannt.

So auch Forstwirtschaftsmeister Jens Spillner. Er betreut den Stand Baumkunde, erzählt dem Nachwuchs, wie die Jahresringe richtig gezählt werden.

„Ich bin von Anfang an dabei und empfinde es als schöne Abwechslung“. Spillners Hauptaufgabe ist es sonst, die Bestände zu markieren, das heißt, welche Bäume gefällt werden.

Nicht die weiteste, aber durchaus sportliche Anreise hat die Gruppe der Ilmenauer Pestalozzi-Schule.

Sie lief den Weg nach Roda einfach zu Fuß. Zurück geht es aber mit den Zug, das wäre sonst zu viel, meinst Sozialpädagoge Daniel Kerst.

„Seitdem ich die Waldjugendspiele organisiere, hat es nicht geregnet“, sagt Wolfgang Liebaug.. Der Mitarbeiter des Forstamtes bereitet die Veranstaltung mit kurzen Unterbrechungen seit über 20 Jahren vor. Im Oktober des Vorjahres begannen die Planungen für die aktuellen Waldjugendspiele.

„Es gibt Kinder, die Natur und Wald kennen“, so Hagen Dargel. Der Forstamtsleiter stellt aber fest, dass deren Zahl immer geringer wird. „Kinder brauchen den Bezug zur Natur“, erklärt er den Hintergrund der Veranstaltung. „Themen wie Forstwirtschaft, Wald und Jagd sollen den Kindern so spielerisch durch Erlebnisse vermittelt werden“.

Am heutigen Donnerstag findet in Ilmenau-Roda eine ähnliche Veranstaltung für Kindergarten-Kinder statt. Das Programm ist laut Liebaug angepasst, die Strecke im Wald entsprechend kürzer. „Das Interesse der Kindergärten ist größer, als das der Schulen“, sagt Liebaug. 22 Gruppen, zehn mehr als bei den Schulen haben sich angemeldet.

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