Mit dem Fahrrad durch Eiseskälte, Sturm, Hagel und dünne Luft

Südamerika. 20 000 Kilometer mit dem Fahrrad rund um Südamerika. Ilmenauer TU-Studenten auf Spendenfahrt für das Kinderhospiz.

Auf dem Gipfel des Abra del Acay, dem höchsten Straßenpass Argentiniens. Ihren Bericht über diesen Wegabschnitt schrieben Stefan Köhler und Martina Rückbrod Ende April/Anfang Mai. Foto: privat

Foto: zgt

Während wir Weihnachten bzw. Neujahr noch in Torres del Paine und im Süden Patagoniens unterwegs waren (wir berichteten), sind wir beiden Radreisenden nun mitten im Altiplano nahe Bolivien. Mit rund 13 000 Kilometer auf unserer Spendenfahrt für das Kinderhospiz Tambach-Dietharz und einen aktuellen Spendenbetrag von über 5000 Euro ließen wir bereits die berühmte Carretera Austral, viel Pampa und unzählige Pässe hinter uns.

Zuletzt sind wir über den höchsten Straßenpass Argentiniens, den Abra del Acay (4965 Hm), geradelt und weiter über den Paso Sico (4458 Hm) nach San Pedro de Atacama. Dies war für uns ein ganz besonderes Abenteuer. Nachdem wir schon die Höhenkrankheit am eigenen Leibe erfahren durften, achteten wir dieses Mal ganz besonders auf die Akklimatisierung für die knapp 5000 Höhenmeter des Abra del Acay.

Diese Anstiege waren extrem: eisige Kälte, starker Sturm und die dünne Luft sowie Hagel und Schnee machten das Radeln fast unmöglich.

Nur schiebend ging es durch den heftigen Wind

Doch am Erstaunlichsten fanden wir den Gipfelwind, der uns maßgeblich in der Mangel hatte. Wir hielten das Fahrrad, und das Fahrrad hielt uns. Jede kleinste Bewegung sorgte für einen Sturz. Zum Glück waren noch zwei Franzosen in einem Auto anwesend, mit deren Manneskraft wir aus dem gigantischen Windzug zur windgeschützten Mauer gelangen konnten.

Auch der folgende Pass Sico war nur schiebend zu überwinden; jede Böe hatte uns vom Rad geschubst oder gar zum Hang gedrängt. Imposant waren auch die überall auftauchenden kleinen Windhosen.

Sehr nervig waren jedoch die aufgewirbelten Schotterstürme mit kleinen und größeren Steinchen, vor denen wir uns hinter den eigenen Radtaschen verstecken mussten. Es war ein absoluter Kampf durch den ersten Teil des Altiplanos mit durchweg etwa 4000 Höhenmetern.

Aber es hatte auch gute Seiten: Besonders faszinierend und beeindruckend war hier die wunderschöne Flora und Fauna – neben den verschiedenfarbigen Gesteinsformationen und mehreren kleinen Salzwüsten sahen wir auch wunderschöne Alpacas und Vicuñas, d. h. diverse Arten von Lamas.

Momentan erholen wir uns im kleinen Ort San Pedro de Atacama und planen die Vulkanbesteigung des Láscars mit rauchendem Krater.

Weiter geht es dann Richtung Bolivien, auf diesem Weg wollen wir Geysire bewundern.

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