Nach einem Jahr auf dem Sattel in Bolivien spontan geheiratet

Südamerika  20 000 Kilometer mit dem Fahrrad rund um Südamerika. Ilmenauer TU-Studenten sind auf Spendenfahrt für das Kinderhospiz.

Martina und Stefan Rückbrod zusammen in Altiplano. Foto: privat

Foto: zgt

Es ist vollbracht, eine wunderbare Reise neigt sich dem Ende. Martina Rückbrod und Stefan Köhler brachen Ende August 2015 zu einer Spendenfahrt für das Kinderhospiz Mitteldeutschland auf (unsere Zeitung berichtete). Sie radelten durch Südamerika.

„Mein Mann Stefan arbeitete während seines Zivildienstes in Chile mit armen und elternlosen Kindern. Schließlich bei einem Besuch im Kinderhospiz in Tambach-Dietharz waren wir so emotional gerührt, dass wir unbedingt helfen wollten“, sagt Martina Rückbrod. Sie haben auf ihrer Reise zwei Varianten zum Spenden angeboten. Zum einen selbstgewählte Beträge, die direkt via Spendentool des Kinderhospizes dorthin überwiesen werden. Zum anderen sammelten sie Beträge für jeden von ihnen gefahrenen Kilometer. Die mündlichen Zusagen der Spender wurden auf ihrer Website notiert und am Ende der Reise alle Spender einzeln angeschrieben, und der Link zum Spendentool gesendet, damit auch sie überweisen.

Während sie vor rund einem Jahr in Brasilien gestartet waren, haben sie mittlerweile Paraguay, Uruguay, Argentinien, Chile, Bolivien und Peru erkundet. Jetzt sind sie in Huancayo (Peru) und ihre Reisezeit ist zu Ende.

Die beiden blicken beeindruckt zurück: „Was wir alles gesehen und erlebt haben!“ Von wunderschöner Natur und spektakulären Klimata, über äußerst freundliche sowie unverschämte Menschen, bevölkerte und vereinsamte Gegenden, völlig verarmte und dennoch gastfreundliche Familien.

Die Stürme im südlichen Patagonien, die von denen in den Gipfeln der Anden mit über 120 Stundenkilometern übertroffen wurden und die beiden Trotzenden zwangen, sich hinter den eigenen Radtaschen vor Schotterstürmen zu verstecken. In Bolivien wurden sie überall freundlich aufgenommen – und von Verbrechen gab es keine Spur.

Im Gegenteil, dieses Land schien zwar unheimlich arm und unterentwickelt zu sein, doch es bot artenreiche und sehenswerte Vielfalt. Vom hohen Altiplano hinab in den Dschungel, durch den Regenwald und über die sagenumwobene, gefährlichste Straße der Welt, auch Todesstraße genannt.

Ein Schamane der Takani hat das Paar gesegnet

Es gefiel ihnen so gut, dass sie beschlossen, sich im Dschungel das Ja-Wort zu geben; gesegnet durch einen Schamanen des Stammes Takani. Es war eine atemberaubende Zeit – und immer wieder von unglaublicher Freude versetzt, wenn ein Spender dazukam.

Die Rückbrods stellen stolz fest, dass sie aktuell 6426,38 Euro für das Hospiz gesammelt haben. Natürlich sind auch immer noch Spender herzlich willkommen. Ihr GPS-Gerät zählt 16 150 km. Hierfür haben sie 1108 Stunden auf dem Sattel gesessen und in die Pedalen getreten. Auch kleine Ärgernisse gab es hin und wieder. So war Stefan der König der gebrochenen Speichen mit vier Speichenbrüchen insgesamt. Martina gewann dafür als Königin der Platten . Während er nur fünf Platten hatte, ärgerte sie sich über ganze Zehn. Manchmal war der Sand zu puderig, der Schotter zu löchrig, der Wind zu heftig.

Nun bestaunen sie ihre 17 000 Fotos und sind auch traurig, dass diese einmalige Zeit vorbei ist. Zugleich sind sie glücklich, nun wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Weitere Erlebnisse

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.