Neue Schwimmhalle öffnet nächstes Jahr in Ilmenau

Ilmenau  Die Ilmenauer Freizeiteinrichtung gehört durch die Nutzung von Abwärme aus der Eishalle zu den energieeffizientesten Anlagen in Thüringen.

Mitglieder des Bauausschusses besichtigten am Montag die Baustelle der neuen Schwimmhalle in Ilmenau und blicken hier in 16 Metern Höhe auf das kelchähnliche Dach.

Mitglieder des Bauausschusses besichtigten am Montag die Baustelle der neuen Schwimmhalle in Ilmenau und blicken hier in 16 Metern Höhe auf das kelchähnliche Dach.

Foto: Arne Martius

Die Ilmenauer Schwimmhalle wird thüringenweit eine der energieeffizientesten Freizeitanlagen. Wie Bauamtsleiter Thomas Schäfer am Montag bei einer Besichtigung durch Mitglieder des Fachausschusses sagte, sei die Nutzung der entstehenden Abwärme aus der benachbarten Eishalle zum Beheizen der Wasserbecken weit und breit einzigartig. Aus diesem Grund sei auch der Standort in der Innenstadt naheliegend gewesen, der bei der Grundsatzentscheidung durch den Stadtrat eine große Rolle spielte. Einige Mitglieder des Gremiums hatten sich seinerzeit für einen Bau der Schwimmhalle nahe des Freibads im „Hammergrund“ ausgesprochen.

Dabei blieb der erste Antrag für ein Fördermittelprogramm zunächst erfolglos. Erst der zweite Anlauf führte zur Bewilligung von finanziellen Hilfen für das Zwölf-Millionen-Projekt. „Inzwischen werden wir als Klassenprimus betrachtet“, sagte Schäfer.

Noch ist nicht exakt messbar, wie hoch der Effekt sein wird. Prognosen gehen von Werten zwischen 15 und 40 Prozent Energieeinsparung aus. Die tatsächliche Bilanz werde gezogen, wenn die Schwimmhalle tatsächlich in Betrieb geht.

Das soll zur nächsten Saison so weit sein. Derzeit liege der Bauablauf im Plan, sodass mit einer Übergabe der Einrichtung an den Ilmenauer Bäderbetrieb im Frühsommer 2020 gerechnet wird, erklärte Thomas Schäfer.

Die neue Schwimmhalle birgt darüber hinaus noch ein paar Finessen, auf die der Bauamtsleiter sichtlich stolz ist. Das Therapiebecken verfügt über einen Boden, der in der Höhe verstellbar und zudem mit einer Wand vom Rest der Halle schallisoliert ist. Auch beim Sprungbecken mit den Drei- und Ein-Meter-Türmen haben sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht. Das Bassin ist zwar mit dem Schwimmerbecken verbunden – allerdings so, dass sich Wellen nicht auf die sechs 25-Meter-Bahnen auswirken und den Schwimmern den Spaß am Sport vergällen. Den Anstoß lieferte ein Vorab-Besuch im Gothaer Schwimmbad, wo genau das der Fall ist: Werden dort die Sprungtürme genutzt, ist ein Teil der Schwimmbahnen nur noch bei Wellengang zu absolvieren, berichtete der Amtsleiter. Auch im Untergeschoss, wo sich die technischen Anlagen befinden, haben die Verantwortlichen vorausgedacht: Für den Fall, dass die Maschinen einmal altersbedingt ausgetauscht werden müssen, wurde ein großer Schacht vorgesehen, um die Bauteile wechseln zu können. Gebaut wurde die untere Etage als wasserundurchlässige Stahl-Betonkonstruktion, da der zuvor vorhandene Teich zu zwei Dritteln wieder entstehen soll und wie vor dem Bau der Halle zu Fuß umrundet werden kann.

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