Noch das Kursbuch geschrieben und dann in Rente gegangen

Ilmenau  Martin Strauch verlässt die Volkshochschule Ilmenau und nimmt die schönen Erinnerungen an die Goethe-Reisen mit.

Martin Strauch sitzt nur noch wenige Tage an seinem Schreibtisch. Foto: Karl-Heinz Veit

Martin Strauch sitzt nur noch wenige Tage an seinem Schreibtisch. Foto: Karl-Heinz Veit

Foto: zgt

Das Kursbuch des ersten Volkshochschul-Semesters im gerade erst begonnenen Jahr hat Martin Strauch für seinen pädagogischen Bereich "Politik, Gesundheit, Kultur" noch geschrieben. Auch die nächste Ausstellung von Horst Kliebisch, der Fotos von seinen Reisen aus aller Welt unter dem Motto: "Places and Faces" zeigt – sie wird am 12. Januar 2017 mit einer Vernissage eröffnet – wird er mit dem Autor noch hängen.

Diese Aktionen seien, wie bei einem schönen Konzert, das mit viel Beifall bedacht wurde, seine "Zugabe" nach gut 27-jähriger Tätigkeit als pädagogischer Mitarbeiter der Volkshochschule in Ilmenau.

Das Aufräumen des Schreibtisches und das Ausräumen des kleinen Büros im Ilmenauer Vhs-Haus hat Martin Strauch in seine Urlaubszeit "zwischen den Zeiten verschoben". Ein unfreiwilliger Kurzaufenthalt im Krankenhaus war ein Grund dafür.

Auf die Bemerkung, dass er mit seiner großen Freude aufs künftige Rentnerleben nicht in solche Euphorie verfallen möge, die sein Herz nicht verkraften kann, lächelt er. "Ich gebe mir Mühe, gelassen zu bleiben in der Freude darüber, was kommen wird, wie auch in der Trauer, was ich schon jetzt vermisse." Damit meine er natürlich nicht die notwendige Verwaltungs-und Büroarbeit am Schreibtisch und am Computer. Diese gehöre, genau wie alle Organisationstätigkeit zum Arbeitsleben in einer funktionierenden Verwaltung, sei aber nie das Elixier seiner Tätigkeit in der Volkshochschule gewesen.

Am runden Tisch ging es um die Volkshochschule

"Mir war die lebendige Arbeit mit Menschen stets das Wichtigste, weil ich als Anreger, Ideengeber und Macher wirken konnte und ein Gleiches von all den vielen guten, interessanten, wissbegierigen und mir vertrauten Leuten zurückbekam."

Martin Strauch denkt an seine Anfangszeit im Dienst zurück, als es hier im Kreis Ilmenau den runden Tisch gab und die Volkshochschule neu aufgestellt wurde. Michael Heinitz, Christel Juch, die ersten Kursleiter Gerlinde Rusch, Gunhild Dittmar, Alfred Ehrhardt, Walter Lipfert und all die nichtgenannten hiesigen Mitstreiter, aber auch Verbündete in Wetzlar und vor allem die Kursteilnehmer in immer größer werdender Zahl prägten die ersten Jahre.

Mancher Strauß, so Strauch, wurde ausgefochten, bis es zum Zusammenschluss der Arnstädter und Ilmenauer Volkshochschule kam. Da hatte das Ilmenauer Haus sein Profil, das Martin Strauch maßgeblich mitgestaltete, bereits deutlich ausgeprägt. Vortrags- und Bildungstätigkeit in den Bereichen Politik und Gesundheit wurden ihres anderen Charakters wegen von den Aktivitäten im Kultur- und Kunstbereich überstrahlt. "90 000 Kilometer sind wir auf Goethes Spuren bis an die Südspitze Italiens, in die Schweiz, in den Rheingau, Böhmen und an die See gereist. Mit durchschnittlich 40 und mehr Personen waren wir unterwegs, malten, zeichneten, fotografierten, staunten und schauten die Welt im Goetheschen Sinne an. Jede Reise endete mit dem schönen Ertrag einer Bilderausstellung im Haus, die von der Öffentlichkeit mit großem Interesse wahrgenommen wurde", fasst Martin Strauch zusammen, was ihn am nachhaltigsten in seiner Arbeit zufrieden und auch glücklich machte.

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