Ortsteilrat ist gegen Firmen-Erweiterung

Langewiesen  Kritik aus Langewiesen an Entsorgungsbetrieb

Der Langewiesener Ortsteilrat hat an die Stadtverwaltung Ilmenau und den Stadtrat appelliert, einen Antrag des Entsorgungsunternehmens Remondis auf eine erweiterte Nutzung von Stellflächen abzulehnen.

Befürchtet werden im Ortsteil Lärm- und Schmutzbelästigungen. Am Anfang sei es nur um zusätzliche Parkplätze für Mitarbeiter gegangen. Inzwischen aber sei von Stellflächen für Container und Lkw die Rede, teilte Ortsteilbürgermeisterin Ines Wagner (SPD) mit.

Der Konflikt schwelt schon lange und reicht bis in die Zeit zurück, in der Langewiesen noch eigenständig war. Seinerzeit verhängte der Stadtrat eine Veränderungssperre für das Areal und wollte damit verhindern, dass sich der Betrieb auf dem eigenen Grund erweitert.

Die Firma wehrte sich gegen die Maßnahme juristisch – und erhielt Recht. Das Urteil soll nach Aussage von Mitarbeitern der Ilmenauer Stadtverwaltung ziemlich deutlich zum Ausdruck gebracht haben, dass es die kommunalpolitische Entscheidung für unrechtmäßig hält. An der Stadt Ilmenau als Rechtsnachfolger von Langewiesen nach der Gebietsreform war es nun aber, mit der Situation umzugehen: Zunächst wurde die Veränderungssperre wieder aufgehoben – und Remondis stellte den Antrag erneut.

Der liegt inzwischen im Rathaus vor. Das Anliegen werde zudem vom Umweltamt des Ilm-Kreises geprüft, das überdies die Landesbehörde mit einbezogen hat. Die Folge könnte ein Immissionsgutachten sein, „aber das liegt nicht in unserer Hand“, so Bauamtsleiter Thomas Schäfer.

Er verstehe die Intentionen aus Langewiesen, aber die Stadtverwaltung „hat sich an Recht und Gesetz zu halten“, fügte er hinzu. Der ganze Prozess sei „nicht optimal verlaufen“. Das dürfe aber nicht Ilmenau angelastet werden, so Schäfer.

Der Langewiesener Einwohner Torsten Werner berichtete von scheppernden Containern in der Nacht. „Das ist nicht mehr lustig“, fand er. Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass man aktiv werde, wenn es Beschwerden von Anwohnern gebe. Das müssten aber konkrete Hinweise sein, die über die Feststellung „es ist laut“ hinausgehen, so der Oberbürgermeister.

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