Reiseplaner mit Abstecher ins musikalische Ilmenau

Der Reiseplaner als touristisches Handbuch für Ilmenau wurde grundlegend überarbeitet.

Birgit Wlasak (links) und Sandra Schieche zeigen den Reiseplaner 2020 für Ilmenau. 

Birgit Wlasak (links) und Sandra Schieche zeigen den Reiseplaner 2020 für Ilmenau. 

Foto: Arne Martius

Ilmenau. Der Reiseplaner fürs Jahr genießt in der Ilmenau-Information einen hohe Stellenwert. Für die Abteilungsleiterin Tourismus, Birgit Wlasak, sind die Hochglanzseiten das Aushängeschild für die Stadt. Deswegen wird die Broschüre einmal im Jahr renoviert und aktualisiert – ein Aufwand, den sich andere Kommunen nicht machen.

Ganze vier Monate Zeit investierte Sandra Schieche von der Ilmenau-Information in den neuen Reiseplaner – neben ihren eigentlichen Tätigkeiten. Das „touristische Handbuch“, wie Birgit Wlasak sagt, kann sich sehen lassen.

Der jährliche Erscheinungsrhythmus lohnt sich schon deswegen, weil in Thüringen in jedem Jahr ein neues touristisches Motto ausgerufen wird. 2020 geht es um die Musik und da hat Ilmenau durchaus etwas vorzuweisen. Nicht nur „Wanderers Nachtlied“, das bald 240 Jahre alt wird, sondern auch die Walckerorgel der Stadtkirche „St. Jacobus“ steht im Mittelpunkt. Sie gilt als größtes und bedeutendstes Instrument ihrer Art in Mitteldeutschland. Eines der ältesten Folkfestivals in Deutschland hat überdies sein Zuhause in Ilmenau, wo auch der Jazz groß geschrieben wird. Ganz jung hingegen ist das von Studenten ins Leben gerufene „IlmpulsFestival“ als Thüringens erstes nachhaltiges Musik- und Kulturerlebnis. Zu der Open-Air-Veranstaltungen kommen sowohl regionale Künstler aber auch deutschlandweit bekanntes im Stadtpark zusammen. „Damit reiht sich Ilmenau als fester Bestandteil in das thüringenweit zelebrierte, musikalische Themenjahr ein“, findet die Tourismusverantwortliche.

7000 Exemplare wurden von dem neuen Reiseplaner gedruckt und damit 1000 Stück mehr als in den vergangenen Jahren. Die Ausgaben sind begehrt bei potenziellen Besuchern der Stadt und haben deswegen immer kaum gereicht, weiß Birgit Wlasak. Premiere hatte die überarbeitete Ausgabe bei der ersten Reisemesse der neuen Saison bereits vor wenigen Tagen in Leipzig, wo sie von Sandra Schneider aus dem Haus des Gastes in Stützerbach präsentiert wurden.

Auch wenn 2020 zum musikalischen Jahr erklärt wurde, soll Ilmenau immer mit dem Beinamen Goethe- und Universitätststadt in Verbindung gebracht werden. Der Geheimrat ziert deswegen auch die aktuelle Ausgabe auf dem Titel. Im Reiseplaner enthalten sind zehn verschiedene Themen, die alle „Facetten und Liebenswürdigkeiten der Stadt darstellen“, erklärt Birgit Wlasak. Auch die alten und neuen Ortsteile sind enthalten, wenngleich zum Goethemuseum in Stützerbach schon seit langem ein direkter Draht vorhanden ist.

Davon abgesehen machen sich die beiden neuen Ortsteile Stützerbach und Frauenwald in der Broschüre rar – und das hat einen Grund: Da die beiden Gemeinden touristisch etwas anders aufgestellt sind als die Stadt im Tal, sollen sie ihren eigenen Auftritt erhalten. Vor der Eingemeindung waren die Orte gemeinsam mit Schmiedefeld in einem Werbeverbund – bis sie bei der Gebietsreform getrennte Wege gingen. Es gab einige Diskussionen darüber, warum Stützerbach und Frauenwald nicht in einem gemeinsamen Reiseplaner mit Ilmenau auftreten, letztlich aber wurde der eigenständige Auftritt aber als sinnvoller eingeschätzt. Denn allein in den beiden Gemeinden gibt es rund 130 Herbergen.

Ein bisschen mehr Couleur aus den Ortsteilen wünscht sich Birgit Wlasak hingegen im Gastgeberverzeichnis. Von den bislang eingetragenen 50 Vermietern kommen etwa 30 aus dem Ilmenauer Umland. Pflicht ist das Mitmachen allerdings nicht: „Es steht jedem frei, sich seine Partner zu suchen“, findet die Abteilungsleiterin. Einige Vermieter arbeiten mit der Stadt zusammen, andere setzen allein auf die Vermittlung im Internet.

Auswirkungen hatte die Eingemeindung deswegen auch auf den Tourismus. Gab es zuvor 15 Betriebe mit mehr als zehn Betten, sind es jetzt insgesamt 30. Die Kapazität stieg damit von 1000 auf 1450 Betten. Zählt man alle großen und kleinen Herbergen zusammen, liegt die Zahl der Vermieter nach Angaben aus der Ilmenau-Information im jetzt größeren Ilmenau zwischen 230 bis 300.

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