Schlittenhersteller produziert jetzt auch Masken

Geschwenda.  20 Tage vergingen von der Idee bis zur Musterproduktion für Mund-Nasenschutzmasken im Kunststoff- und Holzverarbeitungswerk Geschwenda.

Für die Mund-Nasen-Bedeckung präsentieren Marcus Cramer (links) und Michael Seiring hier schon mal die Muster.

Für die Mund-Nasen-Bedeckung präsentieren Marcus Cramer (links) und Michael Seiring hier schon mal die Muster.

Foto: André Heß

Der Schlittenhersteller KHW Kunststoff und Holzverarbeitungswerk Geschwenda verlässt sich längst nicht mehr nur mit seiner Produktion auf den Premiumbereich für den Winter, auch wenn zum Beispiel Kanada da weiterhin ein wachsender Schlitten-Abnehmer ist und immer noch jährlich 450.000 Stück in Geschwenda produziert werden.

Zum Repertoire gehört dabei auch ein Schlitten für Menschen mit Handicap, wobei man ein Alleinstellungsmerkmal hat und der vor allem in den skandinavischen Ländern gefragt ist. Inzwischen werden die Groß- und Baumärkte auch immer mehr mit Gartenzubehör beliefert, da sei derzeit Japan ein boomender Markt, dort habe man auch Balkonien für sich entdeckt. Um die Maschinen im Drei-Schicht-System optimal auszulasten, gibt es auch eine Lohnfertigung für elektrische Kühlboxen, Kinder-Badewannen und Paletten für Lebensmittel für Discounter.

Ein ganz neues Produktionsfeld bringt aber die Corona-Pandemie mit sich. Ab der kommenden Woche wird in Geschwenda in die Maskenproduktion eingestiegen. Von der Idee bis zur Musterproduktion vergingen gerade mal 20 Tage, sagte Geschäftsführer Marcus Cramer im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei handelt sich um eine Kooperation mit der Münchener Firma „Facesuit Professional“. Das Spritzgusswerkzeug kommt von dem Werkzeubauer KB-Plastik aus Ohrdruf.

60.000 Vorbestellungen sind eingegangen

Für die Mund- und Nasenbedeckung aus TPE-Kunststoff liegen inzwischen schon 60.000 Vorbestellungen vor, KHW setzt dabei auch auf seine bisherigen 4000 Kunden in 40 Ländern. Die Masken sind keine medizinischen Produkte, nicht zertifiziert und somit auch nicht für den medizinischen Bereich geeignet. Sie sind jedoch für den mehrmaligen Gebrauch zum Schutz gegen Tröpfchen konzipiert, können in der Spülmaschine gewaschen werden und es können verschiedene Filter eingesetzt werden, umschreibt Key Account Manager Michael Seiring die Produkt-Eigenschaften.

Damit wären sie auch als Staubschutzmasken bei Handwerksfirmen gefragt. Cramer habe einfach gestört, welche Preise teilweise allein schon für gewöhnliche Stoffmasken verlangt würden, die Masken von KHW werden zum Stückpreis von 4,90 Euro angeboten. Es gibt sie als Standard in den Farben blau und grau, ab einer Bestellung von 10.000 Stück aber auch in anderen Wunschfarben und mit Wunschlogo. Der Online-Shop soll in der kommenden Woche an den Start gehen, insgesamt investiert KHW in die Produktion 10.000 Euro. Man fertige dann in der Woche rund 15.000 Masken an.

Der Betrieb habe die Corona-Beschränkungen nahezu schadlos überstanden und musste keine Kurzarbeit einführen. Im Gegenteil, der Wunsch der Kunden nach Gartenzubehör habe im Onlinehandel um 400 Prozent angezogen. So habe man sich im April nicht vor Arbeit retten können und auch Samstagsschichten eingelegt, sagte Cramer.

Bestellt wurden in dieser Zeit auch vier Schlitten von einem Niederländer. Wo der noch den Schnee zum Rodeln gefunden hat, bleibt wohl sein Geheimnis.

Wo es außerdem noch Masken in der Region gibt:

Selbst genähte Behelfsmasken gibt es in Arnstadt im Snuggels in der Turnvater-Jahn-Straße.

Kathrin Cagnin aus dem Laden „Auguste und Eugenie“ am Markt in Arnstadt verkauft ebenso selbst genähte Masken.

Diana Reuter aus Arnstadt näht Masken. Kontakt kann über ihre Facebookseite „Minimonsterkidzzz“ aufgenommen werden.

Genäht wird zudem im Frauen- und Familienzentrum in der Rankestraße 11 in Arnstadt.

Mittlerweile haben auch alle Apotheken wieder medizinischen Mundschutz zur einmaligen Verwendung vorrätig.

In Heidis Modeshop in Geraberg, Körnbachstraße 4a, gibt es Masken zu kaufen.

Größere Stückzahlen für Schulen, Kindergärten und Pflegedienste stellte der Lions-Club Arnstadt-Ilmenau her.

Masken mit Wunschmotiven werden von Gabor Sauerbrey in „Dein Lieblingsstück“ in Gräfinau-Angstedt gefertigt.