Schullandheim in Geraberg bis nach Ostern geschlossen

Ilm-Kreis.  Nach reichlich Absagen von Gruppenfahrten ist das Schullandheim in Geraberg vorerst geschlossen.

Das Schullandheim im Geraberger Jüchnitztal ist bis nach Ostern geschlossen.

Das Schullandheim im Geraberger Jüchnitztal ist bis nach Ostern geschlossen.

Foto: Jens Hertwig

Das Schullandheim im Geraberger Jüchnitztal ist bis 19. April geschlossen. Bis nach Ostern sind wie auch in den Schulen und Kindertagesstätten jegliche Gruppenveranstaltungen ausgesetzt, um der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog.

Warum sollte es auch noch offen sein, wenn Klassenfahrten und Freizeiten nicht stattfinden können, Reisen untersagt werden. Geschäftsführer Jens Hertwig spricht gegenüber unserer Zeitung von einer prekären Situation, einem Totalausfall, und fragt sich, wie lange das angesichts der Corona-Krise so anhalten wird. Der Bundesvorstand im Verband Deutscher Schullandheime, zu dem mehr als 230 Schullandheime in Deutschland gehören, traf sich am Wochenende zu einer Krisensitzung in seinen Räumen in Geraberg. Dabei wurde auch der Kontakt zu den anderen Verbänden der Branche aufgebaut und Forderungen an die Politik gestellt: „Veranstaltern müssen bei erzwungenen Absagen von Reisen die ihnen entstehenden nachgewiesenen Kosten in angemessenem Maß erstattet werden; bundesweit einheitliche Übernahme der Stornokosten von Unterkünften, Reiseveranstaltern und Programmanbietern; sämtliche Steuerzahlungen (Mehrwertsteuer, Luftverkehrssteuer, Gewerbesteuer, Bettensteuer) sind mindestens bis 31.12.2020 zu stunden; Übernahme der Kosten für die Krankenversicherung für Selbstständige“. Schullandheime bekämen keine kommunalen Gelder. Sie seien aber seit jeher die engsten Kooperationspartner von Schulen und Kitas im Bereich der pädagogischen Arbeit außerhalb von Einrichtungen. Über viele Jahre gewachsene Strukturen seien derzeit sehr stark bedroht. Dies könne nicht nur Auswirkungen auf die Schullandheime und ihre Mitarbeiter, sondern auch auf das gesamte Bildungssystem haben, heißt es vom Verband. Bisher habe es in den Häusern des Verbandes keine Ansteckung oder Erkrankung wegen des Coronavirus gegeben, doch müsse man den ständig wachsenden Auflagen der Behörden nachkommen und somit auf zahlreiche gebuchte Belegungen verzichten. Doch allein von Stornogebühren kann auch das Schullandheim in Geraberg nicht leben.

Abgesagt wurden zuletzt eine Osterferienfreizeit aus Sachsen-Anhalt, Gruppentreffen wie das von einem Blasmusikverband, einer Jagdgenossenschaft und der Theatergruppe der Goetheschule Ilmenau. 6000 Übernachtungen waren es im vorigen Jahr. Jetzt wäre die Saison Ostern richtig losgegangen, sagt Hertwig. Klassenfahrten und Abschlussfahrten der Schulen hätten dann den Buchungskalender gefüllt. Stattdessen arbeitet der Geschäftsführer an Kurzarbeitergeld-Anträgen für seine Mitarbeiter.

Geplant waren für diese Jahr auch umfangreiche Sanierungen im Schullandheim Geraberg, wie neue Fenster, neuer Fußboden im Speiseraum, neues Mobiliar sowie der Bau eines Spielplatzes. Dazu wurden bereits Fördermittel über des Leader-Programm beantragt, inklusive Eigenmittel beträgt die Investsumme knapp 80.000 Euro. Ob man es noch finanzieren kann, weiß Hertwig nicht. Er ermuntert die Akteure der Region, in diesen Zeiten näher zusammen zu rücken. Dazu hätten bereits angenehme Gespräche begonnen. Der Verband und seine Schullandheime freuen sich darauf, nach den derzeitigen massiven Einschränkungen wieder in ihren Häusern die Gäste begrüßen zu können.