Telekom steigt in Breitbandausbau im Ilmenaus Kernstadt ein

Ilmenau.  Das Unternehmen will neben Newone, Ilmprovider und der BBV Thüringen GmbH zusätzlich für schnelles Internet sorgen.

Die Absichtserklärung zum Ausbau unterzeichneten Vertriebsleiter Rainer Frank, Oberbürgermeister Daniel Schultheiß und Thomas Ullrich, Projektleiter Breitbandausbau (von links).

Die Absichtserklärung zum Ausbau unterzeichneten Vertriebsleiter Rainer Frank, Oberbürgermeister Daniel Schultheiß und Thomas Ullrich, Projektleiter Breitbandausbau (von links).

Foto: Arne Martius

Nach den Initiativen der lokalen Anbieter Newone, Ilmprovider und der BBV Thüringen GmbH, die Stadt Ilmenau mit schnellem Internet zu versorgen, will nun auch die Telekom ihre Bemühungen verstärken. Ende vergangener Woche unterzeichneten Thomas Ullrich, Projektleiter Breitbandausbau Thüringen, Rainer Frank, Leiter Infrastrukturvertrieb Thüringen, und Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) eine entsprechende Absichtserklärung.

Voraussetzung für ein Engagement des Kommunikationsunternehmens ist, dass sich von Anfang September bis Ende November 2020 mindestens 2000 Bürgerinnen und Bürger registrieren und einen Glasfaser-Internetanschluss beauftragen. Dann bietet die Telekom im Ausbaugebiet der Universitätsstadt Ilmenau Bandbreiten bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) an, stellten die Vertreter des Unternehmens in Aussicht. Vom Ausbau profitieren sollen zunächst die Innenstadt und die beiden großen Wohngebiete „Pörlitzer Höhe“ und „Am Stollen“.

Wichtig für den Wohn- und Wirtschaftsstandort

„Wir freuen uns, dass sich die Telekom für einen Glasfaserausbau in Ilmenau entschlossen hat. Entscheidend für den Ausbau jedoch ist, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Gebäude- und Wohnungseigentümer im Projektgebiet für einen Ausbau entscheiden. Mit zukunftsfähiger Infrastruktur wie Glasfaser können wir weiter ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort bleiben“, erklärte dazu Oberbürgermeister Schultheiß.

Langewiesens Ortsteilbürgermeisterin Ines Wagner (SPD) forderte, über den Brandbandausbau der Kernstadt nicht die ländlichen Regionen zu vergessen. Es sei nicht nachzuvollziehen, wenn ohnehin schon gut ausgebaute Flächen noch besser werden, während es in einigen Ortsteilen noch weiße Flecken bezüglich schnelles Internet gebe, sagte sie.

Für ländliches Umland setzt der Kreis Förderprogramme ein

Dafür aber gebe es das vom Landkreis koordinierte Förderprogramm, entgegnete Schultheiß. „Es gibt Bereiche, die löst der Markt nicht auf. Das ist etwa dann der Fall, wenn für einen Anschluss Investitionskosten in fünfstelliger Höhe nötig sind“, erklärte er. Wie Stadtratsmitglied Benno Kaufhold (CDU) in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisausschusses für Bau, Wirtschaft und Verkehr ankündigte, sei die Vergabe für den Ausbau der weißen Flecken im Landkreis im August geplant.

Es sei Zielstellung der Ilmenauer Verwaltung, mindestens 50 Mbit/s im Zuständigkeitsbereich der Stadt anzubieten, sagte Daniel Schultheiß. Auf Nachfrage von AfD-Fraktionsvorsitzendem Jens Dietrich fügte er hinzu, dass er das zusätzlich zu den anderen Anbietern hinzugekommene Engagement der Telekom begrüße. „Wir behandeln alle Unternehmen gleich, freuen uns aber über einen Wettbewerb im Stadtgebiet. Je mehr Wettbewerber aktiv sind, desto wahrscheinlicher wird der Breitbandausbau“, schätzte der Oberbürgermeister ein.

Neuartiges Verfahren für Glasfaser-Verlegung

Wie die Telekom ankündigte, soll der Ausbau für rund 9500 Haushalte bis Ende 2021 über die Bühne gehen. Dabei wolle man die Beeinträchtigungen so gering wie möglich, so zu bewältigen“, so Projektleiter Thomas Ullrich. Möglich werde der schnelle Ausbau durch den Einsatz des sogenannten Trenching-Verfahrens. „Dabei müssen für die Verlegung der Glasfaser keine Gräben ausgebaggert werden. Stattdessen werden schmale Schlitze in den Bodenbelag gefräst. Diese Verlegemethode des Glasfaserkabels ist achtmal schneller und um bis zu 30 Prozent günstiger als das herkömmliche Tiefbau-Verfahren“, erklärte Ullich.