TU Ilmenau veranstaltet "International Multicopter Girls Camp"

Anfang März verwüstete ein Erdbeben die Ostküste Japans und hinterließ ein Trümmerfeld. In den Katastrophengebieten brach daraufhin die gesamte Infrastruktur zusammen, was die Opferhilfe und Schadensbeseitigung fast unmöglich machte.

Junge Frauen aus aller Welt mit Interesse an Informationstechnik kommen nach Ilmenau, um die fliegenden Lebensretter weiter zu entwickeln. In
verschiedenen Projekten können sie ihr Können unter Beweis stellen, eigene Ideen einbringen und ihre Fähigkeiten ausbauen. Foto: Svenja Mertens

Junge Frauen aus aller Welt mit Interesse an Informationstechnik kommen nach Ilmenau, um die fliegenden Lebensretter weiter zu entwickeln. In verschiedenen Projekten können sie ihr Können unter Beweis stellen, eigene Ideen einbringen und ihre Fähigkeiten ausbauen. Foto: Svenja Mertens

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ilmenau. Katastrophenszenarien wie dieses sollen in Zukunft das Einsatzgebiet der Quadrocopter sein. Die kleinen Flugroboter werden an der TU Ilmenau entwickelt und sollen zusammengebrochene Mobilfunknetze in Katastrophengebieten wieder aufbauen. Somit können Hilfsarbeiten entscheidend erleichtert werden. Um die Entwicklung der Quadrocopter voran zu treiben, hat sich das Forscherteam der Universität Ilmenau weibliche Verstärkung ins Boot geholt.

Während des "International Multicopter Girls Camps" arbeiten 14 Teilnehmerinnen vom 18. bis 22. Juli an den Flugmaschinen und entwickeln die für den Einsatz nötige Software. Organisiert werden die fünf Tage durch die Internationale Graduiertenschule für Mobilkommunikation.

Die Teilnehmerinnen sollen die Software der Quadrocopter weiterentwickeln und dabei ihr eigenes Fachwissen erweitern. Das Interesse am Workshop und der spezifischen Technologie ist groß. Neben deutschen Studentinnen sind auch Teilnehmerinnen aus Ägypten, Pakistan, Indien, Indonesien und Sri Lanka angereist. Alle Teilnehmerinnen studieren informations- oder kommunikationstechnische Fächer.

Im Zusebau auf dem Campus der TU Ilmenau arbeiten die 14 Teilnehmerinnen intensiv an der Software für die Flugmaschinen. Am Ende des Workshops können Quadrocopter Nachrichten physisch zwischen mehreren drahtlosen Netzwerkknoten transportieren, so das Ziel der Gruppe.

Dieses Prinzip nennt sich "Message Ferrying". Laut Tobias Simon, dem Betreuer der Veranstaltung, könne man sich den Quadrocopter als eine Art "elektronische Brieftaube" vorstellen. Angenommen, in einer Krisensituation bricht das Mobilfunknetz zusammen, können diese Fluggeräte als mobile "Netzwerkbrücken" eingesetzt werden. Sie erkennen eigenständig, wo ein Netz zusammen gebrochen ist, positionieren sich an diesen Lücken und stellen wieder eine intakte Kommunikationskette her.

Mit diesem provisorischen Netzwerk können in dem Krisengebiet dann wieder Notrufe abgesetzt, empfangen und Handys geortet werden. "Ein solches Netz kann über mehrere Tage betrieben werden, um zum Beispiel den Ersthelfern bessere Kommunikations- und Planungsmöglichkeiten bereitzustellen", erklärt Tobias Simon. Der Einsatz von Quadrocoptern ermögliche ein schnelleres Auffinden und Retten von Verschütteten.

Zur Einsatzfähigkeit der Fluggeräte liegt noch ein weiter Weg vor den Forschern, so der Workshopleiter. "Zuerst müssen wir sicherstellen, dass die Geräte nicht mit Gebäuden oder Personen zusammenstoßen. Außerdem muss das System den gesetzlichen Anforderungen genügen und auch bei schwierigen Wetterbedingungen funktionsfähig sein."

Das "Girls Camp" soll dazu beitragen, die kleinen Multicopter so bald wie möglich für zukünftige Katastrophenfälle einsatzfähig zu machen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren