Über 60 Sturm-Einsätze in 24 Stunden

Ilm-Kreis.  Das Orkantief „Sabine“ hat auch im Ilm-Kreis umgestürzte Bäume, abgestürzte Dachziegel und Einsätze der Feuerwehren rund um die Uhr bewirkt.

In der Bücheloher Straße in Ilmenau fiel eine Pappel auf den Fuß- und Radweg. 

In der Bücheloher Straße in Ilmenau fiel eine Pappel auf den Fuß- und Radweg. 

Foto: Arne Martius

Das Sturmtief „Sabine“, das mit orkanartigen Böen auch den Ilm-Kreis betraf, hat bis Montag, 10.30 Uhr, eine verletzte Person, viele umgestürzte Bäume und lose Dachziegel und über 60 Einsätze in 24 Stunden bewirkt. Zu danken ist den Einsatzkräften, die die ganze Nacht und am Montag unermüdlich Straßen und Gebäude gesichert und Menschenleben geschützt und gerettet haben, heißt es aus der Kreisverwaltung. Mit Warnung des Wetterdienstes stellte sich auch die Leitstelle des Ilm-Kreises auf den Sturm ein und hielt eine zusätzliche Rufbereitschaft vor. Zwischen Sonntag, 10.46 Uhr, und Montag, 10.30 Uhr, kam es zu knapp 50 Einsätzen wegen Sturmschäden. Auch danach gingen weitere Meldungen in der Leitstelle ein. In Bechstedt-Wagd wurde am Sonntag gegen 20.24 Uhr eine Person verletzt. Sie versuchte das Dach am eigenen Haus zu sichern und wurde vom Dach geweht. Mit einem Polytrauma kam die verletzte Person nach Erfurt in eine Klinik.

Wegen des Sturmtiefs rückten die Feuerwehren in Ilmenau, Oberpörlitz, Manebach, Heyda, Gräfenroda, Frankenhain, Alkersleben, Elxleben, Unterpörlitz, Arnstadt, Oehrenstock, Langewiesen, Gehren, Bechstedt-Wagd, Kirchheim, Liebenstein, Gräfinau-Angstedt, Frauenwald, Wümbach, Ichtershausen, Elgersburg, Angelroda, Neusiß und Martinroda und weitere Wehren teils mehrfach aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und lose Dachziegel oder Gebäudeteile zu sichern. In Wildenspring fiel am Montagmorgen gegen 5 Uhr der Strom aus. In Stützerbach drohte am Montag ein Strommast umzuknicken, in Ilmenau eine Laterne.

Der Sturm „Sabine“ hat im Ilm-Kreis jedoch weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Die Böen warfen vereinzelt Bäume, aber keine geschlossenen Waldstücke wie bei Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007 um. Wie Stadtförster Matthias Wetzel auf Anfrage unserer Zeitung sagte, seien im Ilmenauer Stadtgebiet kaum mehr als 500 Festmeter betroffen. Bäume fielen vor allem in sumpfigen Bereichen, wie etwa bei Heyda oder Bücheloh. Die Mitarbeiter vom Stadtforst hatten bis kurz vor Mittag fast alle Hauptwanderwege auf Schäden kontrolliert. „Es zeigt sich einmal mehr, wie sinnvoll es ist, eigenes Personal zu haben“, stellte Wetzel fest.

Auch die Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Sport- und Betriebsamt sei sehr gut gewesen, urteilte der Revierleiter. Auch im Stadtgebiet fielen die Schäden gering aus. Gelegentlich fegte der Wind Schindeln von Dächern, in der Bücheloher Straße in Ilmenau wurde eine Pappel umgeworfen.

Trotzdem hatten die Ilmenauer Wehren allein 38 Einsätze bis Montagmittag. Die Hauptwache Ilmenau arbeitete bis Sonntag um 24 Uhr mit 34 Einsatzkräften, danach standen 26 Kameraden in Bereitschaft und übernachteten in der Wache auf Feldbetten. Betroffen von einem Sturmschaden war selbst das Dach der Feuerwache 4 in Oberpörlitz, am Topfmarkt hat es an einem Gebäude die Dachpappe umgeklappt, am Stausee Heyda behinderte ein umgefallener Baum an der Zufahrtsstraße die Abreise von Restaurant-Gästen. Aber auch im nördlichen Ilm-Kreis musste die Einsatzkräfte der Arnstädter Feuerwehr mehrfach ausrücken. Am Sonntag gegen 22.15 flogen Teile einer Brunnenabdeckung in der Zimmerstraße in der Kreisstadt durch die Luft. Die Teile wurden gesichert und später in den Bauhof gebracht.

Am Montag gingen gegen 10 Uhr mehrere Anrufe bei der Leitstelle ein. Im Jonastal drohte ein morscher Baum auf die Straße zu stürzen. Die Arnstädter Wehr rückte aus. Kamerad Tim Rose hat anschließend mit der Motorsäge den Baum zurückgeschnitten. Fast gleichzeitig vielen mehrere Dachziegel in der Erfurter Straße und von der Bachkirche vom Dach. Auch hier war die Feuerwehr vor Ort.

Die Südthüringen-Bahn stellte am Sonntag gegen 23 Uhr den Verkehr ein. Die Strecke Erfurt-Ilmenau war die erste, die am Montag gegen 9 Uhr wieder gefahren wurde, teilte eine Sprecherin mit.