Ilm-Kreis: Wieder mehr Genesene als aktuell Infizierte

Ilm-Kreis.  Landrätin Petra Enders blickt auf ein ruhiges Osterwochenende zurück. Nur wenige Belehrungen wurden ausgesprochen und Verfahren eingeleitet.

Mittlerweile ist wieder Alltag in Neustadt eingekehrt. Die Geschehnisse aber vom 5. April haben ein juristisches Nachspiel.

Mittlerweile ist wieder Alltag in Neustadt eingekehrt. Die Geschehnisse aber vom 5. April haben ein juristisches Nachspiel.

Foto: Arne Martius

Von insgesamt 103 an Corona Infizierten im Ilm-Kreis sind bereits 58 genesen – somit gibt es wieder mehr Genesene als aktuell Infizierte. Vier Erkrankte befinden sich auf Isolierstation in den Ilm-Kreis-Kliniken, ein Patient wird auf der Intensivstation beamtet, teilte Landrätin Petra Enders (Linke) am Dienstag, 14. April, mit. Sechs weitere Verdachtsfälle befinden sich ebenfalls in der Klinik. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Es habe ein sehr ruhiges Osterwochenende geben, nachdem verstärkte Kontrollen der Ordnungsämter und Polizei im Landkreis angekündigt waren. Es sei auch sehr intensiv bestreift worden. Es mussten dennoch acht Belehrungen bei Menschenansammlungen am Lütsche-Stausee, am Stausee Heyda und im Arnstädter Stadtpark durch die Ordnungshüter ausgesprochen werden. Weiterhin wurden sieben Ordnungswidrigkeitsverfahren durch die Behörden eingeleitet. Das betraf ebenfalls Ansammlungen von Personen mit Schwerpunkt in Arnstadt, sagte die Landrätin. Vor Ostern wurden bereits insgesamt 57 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, weitere 30 lagen noch zur Bearbeitung, hier werden die Bescheide noch erstellt. Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) sprach davon, dass über das Osterwochenende nahezu alle die Kontaktregeln eingehalten haben. Das Ordnungsamt habe mit der Polizeiinspektion in der Stadt und den Ortsteilen, am Stausee Heyda, an den Teichen und auf dem Universitätsgelände kontrolliert.

Landrätin sieht bei Bürgern Ursache für Polizeieinsatz

Nachdem in Neustadt am Sonntag vor einer Woche kurz vor Ende der Quarantänezeit die Polizei wegen verbotener Treffen auf der Straße einschreiten musste, habe die Landrätin beim Justizminister um beschleunigte Bearbeitung der gestellten Strafanzeigen durch die Staatsanwaltschaft ersucht. Dass der Polizeieinsatz von manchen Bürgern als sehr kritisch gesehen werde, ändere nichts an der Tatsache, dass die Bürger von Neustadt selbst für deren Ursachen gesorgt hätten. Ihr seien von dem Geschehen am besagten Sonntagabend Bilder und Filme zugespielt worden, die sie an Ereignisse in Großstädten erinnert habe.

„Ich war entsetzt, wie die Bürger auf die Polizeimaßnahmen reagiert haben“, so Enders. Sie hätten damit die Arbeit der Helfenden während der Quarantäne-Zeit missachtet. Dass sie gegen die Störer hart vorgehen werde, hatte sie bereits angekündigt. Ob es von Bürgern Strafanzeigen gegen die Polizisten gab, konnte Enders nicht sagen.