Überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Neustädter

Ilm-Kreis.  Etwa 630 Neustädter haben sich bisher an der Corona-Studie freiwillig beteiligt. Weitere Tests erfolgen über den Hausarzt.

Die Mitarbeiter vom Institut für Infektionsmedizin vom Universitätsklinikum Jena testeten im Gemeindezentrum die Neustädter, um für eine Studie mehr über das Virus zu erfahren.

Die Mitarbeiter vom Institut für Infektionsmedizin vom Universitätsklinikum Jena testeten im Gemeindezentrum die Neustädter, um für eine Studie mehr über das Virus zu erfahren.

Foto: André Heß

Knapp 70 Prozent der über 900 Neustädter haben seit Mittwoch bis Samstagabend direkt an der Studie des Universitätsklinikums Jena teilgenommen. Weitere folgen in den kommenden zwei Wochen über die Landarztpraxis von Matthias Ullrich. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Professor Mathias Pletz, Leiter am Institut für Infektionsmedizin, sagte auf Nachfrage: „Wir sind überwältigt vom Interesse und der großen Hilfsbereitschaft der Neustädter. Für wissenschaftliche Folgefragen möchten wir wieder nach Neustadt zurückkehren, zum Beispiel um herauszufinden, ob Menschen mit Antikörpern gegen SARS-CoV-2 langfristig vor dieser Infektion geschützt sind.“

Landrätin Petra Enders (Linke) war nochmals nach Neustadt gekommen: „Auch am Samstag waren wieder viele Einwohner ins Gemeindezentrum unterwegs – haben sich die Zeit genommen, um an der Studie zur Erforschung des Corona-Virus teilzunehmen. Das finde ich echt stark! Ich verspreche mir sehr viel von den wissenschaftlichen Auswertungen und Betrachtungen, insbesondere was die Bildung von Antikörpern anbetrifft.“

Wissenschaftler forschen zu „stillen Infektionen“

Man werde lernen können, das Virus besser zu verstehen und in Zukunft zu bekämpfen. Wer daran teilgenommen hat, helfe anderen Menschen, sagte sie. Die Studie war für die Neustädter freiwillig, insbesondere die zweiwöchige Quarantäne in dem Dorf am Rennsteig, prädestinierte sie dafür, insgesamt hatten sich 49 Neustädter mit dem Virus infiziert, zwei Menschen sind gestorben.

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie viele Personen bereits „stille Infektionen“ durchgemacht haben, also keine oder nur wenige Symptome zeigten. Dazu gab es auch eine mündliche und schriftliche Befragung der Teilnehmer. Anschließend wurden ihnen im Gemeindezentrum Blutproben entnommen und Nasen- und Rachenraum-Abstriche gemacht. Die Proben wurden zeitnah ins Universitätsklinikum Jena gebracht.