Unterwasserbilder sollen motivieren

Ilmenau.  Stefan Klopf lässt Patienten in Ilmenauer Klinik an seinen Tauchgängen teilhaben. Ausstellung endet im Mai 2020.

Stefan Klopf zeigt Fotos aus der Unterwasserwelt in der Suchtklinik des Ilmenauer Krankenhauses.

Stefan Klopf zeigt Fotos aus der Unterwasserwelt in der Suchtklinik des Ilmenauer Krankenhauses.

Foto: Karl-Heinz Veit

Nur einmal im Halbjahr wechseln in der Suchtklinik im Ilmenauer Krankenhaus die Bilder an den Wänden in den langen Fluren und im Foyer. Am Montag war es wieder Bilder-Wechselzeit mit begleitender Vernissage. Eine Anzahl von Klinikpatienten, nebst medizinischem Betreuungspersonal, lauschten im Versammlungsraum den Worten von Klinikchef Joachim Pausch. Ihm kam es bei der Begrüßung des Fotografen Stefan Klopf aus Roth im Landkreis Hildburghausen darauf an, Gleichnisse zur Befindlichkeit der Suchtklinikpatienten mit den Bildern aus der Unterwasserwelt in den Gewässern des pazifischen Raumes herauszufinden. Dabei hob er auf die notwendige Fotografentätigkeit des Tauchens, um zu solchen Aufnahmen zu kommen, wie sie auf den gut zwei Dutzend Fotografien zu sehen sind.

In ermutigender Weise sprach er zu den Patienten, dass auch sie bei ihrem „Tauchgang auf dem Trocknen“ in ihrem Innersten das Verborgene, Verschüttete und von Suchtmitteln Überlagerte suchen sollen und finden werden. Das könne jedem mit Willensanstrengung und mit Hilfe der hier tätigen Mediziner und Therapeuten gelingen. „Finden auch sie, wie der fotografierende Taucher, die Lebensvielfalt und Buntheit, welche in ihnen verborgen liegt. Machen sie sich auf den nicht leichten Weg, der einem gefahrvollen Tauchgang ähnlich ist“, sagte Pausch. Er jedenfalls sei davon überzeugt, dass es bei jedem einzelnen nur so mit dem Neubeginn etwas werden könne.

Stefan Klopf illustrierte diese wertvollen Grundgedanken des Arztes, wie Patienten aus ihrer Sucht herausfinden können, mit seiner Erzählung, wie er in den Tiefen des Ozeans auch durch Selbstüberwindung und mit Hilfe seiner mit tauchenden Frau, immer wieder neues und Wundersames entdeckt. Die Makroaufnahmen von Kleinstlebewesen, wie Schnecken und Würmer, aber auch die Fotos von seltenen Fischen zeigen eine Welt, die nur wenige Menschen schauen können. „So farbenfroh wie die Aufnahmen sind, erlebt man die Wirklichkeit unter Wasser nicht. Bereits in drei Meter Tiefe nimmt das Auge die Farbe Rot nicht mehr wahr. Orange gibt es ab fünf Metern und Gelb ab zehn Metern Tiefe nicht mehr zu sehen, obwohl die Farben da sind. Nur das Blitzlicht bringt sie im Foto oder Film vors Auge“, erklärt Stefan Klopf und hat dabei interessierte Zuhörer. Der Fotograf versteht sich aber auch als Naturschützer. Mit einem leidenschaftlichen Appell wandte er sich gegen die Meeresverschmutzung mit Plastik. Diese beginne bereits mit dem Kauf einer Plastiktüte weitab von den Ozeanen, wo diese dann irgendwann als Müll landen könne.

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