Zweites Ilmenauer Medienforum im Audimax der TU

Lucas Riemer
| Lesedauer: 2 Minuten
Im Audimax der TU Ilmenau diskutierten Jens Schöne, Martin Emmer, Lutz Kohl und Emanuel Maxl (von links) über Herausforderungen und Perspektiven der Mobilkommunikation. Foto: Oliver Klosa

Im Audimax der TU Ilmenau diskutierten Jens Schöne, Martin Emmer, Lutz Kohl und Emanuel Maxl (von links) über Herausforderungen und Perspektiven der Mobilkommunikation. Foto: Oliver Klosa

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Wie steht es in den Bundesligaspielen? Wo finde ich das nächste Taxi? Was machen meine Freunde gerade? Wann fährt der nächste Zug?

Ilmenau. Vor ein paar Jahren brauchte es noch umständliche Anrufe bei Service-Nummern oder wenigstens einen internetfähigen Computer, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Heute ist die Lösung nur einen Griff in die Hosentasche und wenige Klicks entfernt. Moderne Smartphones sind dank Internetzugang und unzähligen Applikationen, kurz "Apps", auf dem Weg, die mobile Kommunikation zu revolutionieren.

Wissenschaftler, Studierende und Praktiker aus der Branche trafen sich deshalb am vergangenen Freitag im Humboldtbau der TU Ilmenau zum "Medienforum 2011", um unter der Schirmherrschaft von Ex-RTLGeschäftsführer Helmut Thoma über das Thema zu diskutieren.

Einleitende Worte für die von einem studentischen Projektteam organisierte Veranstaltung fand zunächst der ehemalige "Bild"-Programmdirektor Klaus Ebert. Anschließend konnten die Besucher aus mehr als 20 Vorträgen rund um aktuelle Themen mobiler Kommunikation wählen. In den Pausen informierten studentische Vereine und Initiativen im Foyer des Humboldtbaus über ihre Projekte. Als am frühen Abend der Wissensdurst der meisten Teilnehmer vorerst gestillt war, breitete sich umso mehr kollektiver Hunger aus. Zur Freude der Anwesenden wartete nach dem fünfstündigen Vortragsmarathon ein opulentes Buffet auf die hungrigen Wissenschaftler, bevor noch einmal das Thema des Tages im Mittelpunkt stand.

Eine Podiumsdiskussion über die Mobilkommunikation als Herausforderung für Medienpraxis und Forschung schloss das offizielle Programm ab. App-Entwickler Lutz Kohl, Marktforscher Emanuel Maxl und Jens Schöne, Leiter der Multimediaabteilung beim Radiosender "MDR Sputnik", sprachen mit Moderator Martin Emmer vom Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Ilmenau über ihre Erfahrungen und diskutierten über die Zukunft der Branche.

"Weltweit werden täglich 60 Millionen Mal Apps heruntergeladen", berichtete Maxl vom riesigen Potenzial mobiler Kommunikation und sah die Entwicklung, genau wie seine Gesprächspartner, noch längst nicht am Ende angekommen.

Angesichts der Funktionalität neuester Smartphones sprach Lutz Kohl gar von einem "modernen Schweizer Taschenmesser", auf das er nicht mehr verzichten wolle. Ebenso beschäftigte die Diskutanten während des 90-minütigen Streitgespräches die Frage, wie sich mit Handy-Applikationen Geld verdienen lässt. Bereits beim Kolloquium am Nachmittag standen mögliche neue Geschäftsmodelle auf der Agenda.

Nachdem schließlich auch die Fragen aus dem Publikum beantwortet waren, feierten Organisatoren, Vortragende und Teilnehmer gemeinsam das gelungene Comeback des Medienforums nach dreijähriger Pause und hatten dabei die Gelegenheit, locker miteinander zu kommunizieren. Ausnahmsweise sogar ganz ohne die Hilfe mobiler Geräte.