Abgebrannter Bagger fliegt vergangene Nacht über Mühlhausen

Mühlhausen.  In der Erfurter Straße in Mühlhausen sind mehrere Baumaschinen abgebrannt. Noch gibt es keine heiße Spur zum Brandstifter. So spektakulär wurden die Bagger geborgen.

Abgebrannter Bagger in Mühlhausen geborgen

Mit einem riesigen Mobilkran wurde in der Nacht zu Freitag ein abgebrannter Kettenbagger aus dem ehemaligen Malzwerk in Mühlhausen gehoben.

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Vorsichtig rollt der riesige Mobilkran in der Nacht zu Freitag durch das Erfurter Tor in Mühlhausen. Kurz vor drei Uhr rückt ein 16-köpfiges Bergungsteam an, um einen abgebrannten Kettenbagger vom Innenhof der ehemaligen Malzfabrik in Mühlhausen zu heben.

Anfang November setzten bisher unbekannte drei Baumaschinen auf dem Areal in der Erfurter Straße in Brand auch ein Laster wurde bei dem Anschlag stark beschädigt. Wie Baumaschinenhändler Dirk Ludewig, dem der Bagger gehört, berichtet, habe es keine andere Möglichkeit gegeben, die völlig zerstörte Baumaschine vom Grundstück zu bekommen.

Einen zweiten, etwas kleineren Bagger, der ebenfalls in Brand gesteckt wurde, habe man bereits am Donnerstagmorgen vom Gelände geholt. Hierzu sei ebenfalls ein Kranwagen zum Einsatz gekommen, dieser habe den Bagger auf einen Laster gehoben und später den größeren Kettenbagger von der Grundstücksmitte an den Rand gesetzt, um so die Entfernung zum Kran zu verkürzen.

„Wir müssen den gut 17 Tonnen schweren Kettenbagger über die Häuser in der Erfurter Straße heben, eine andere Möglichkeit gab es nicht. Wir haben verschiedene Varianten durchgespielt, aber ohne Erfolg“, sagt Ludewig.

Laut Abrissunternehmer Jörg Placht, der den Bagger von Ludewig gemietet hat, sei es damals schon ein Akt gewesen, mit der großen Maschine überhaupt durch die schmale und sehr niedrige Torfahrt der ehemaligen Malzfabrik zu gelangen. Hierzu habe man die Durchfahrt ausschachten müssen, außerdem konnte der Bagger noch selbstständig fahren.

Sachschaden samt Bergung beläuft sich mehr als 100.000 Euro

„Wir kommen mit unserem 200 Tonnen Kran vom Windpark in Herbsleben“, sagt Dieter Kochner vom Kranunternehmen. Der Kran sei deshalb so groß gewählt worden, weil die zu hebende Last relativ weit wegsteht, Entfernung, Ausladung, Mastlänge und das Gewicht müssen dabei berücksichtigt werden. „Wir werden den Mast des Kranes auf gut 50 Meter Höhe fahren und den Bagger dann vorsichtig über die Häuser auf den Tieflader eines Lasters hieven“, erläutert Kochner. Gern hätte das Unternehmen den Bagger bei Tageslicht vom Areal geholt, hierzu habe man aber keine Genehmigung erhalten. Die Straße zu sperren, sei nur in der Nacht möglich gewesen.

Abgebrannter Bagger in Mühlhausen geborgen
Abgebrannter Bagger in Mühlhausen geborgen

„Wenn die Maschine bei uns auf dem Betriebsgelände in Döllstedt steht, kommt noch einmal ein Gutachter zum Einsatz. Aber es sieht so aus, als wäre hier ist nichts mehr zu reparieren. Bereits Anfang des Jahres haben Unbekannte einen Bagger von uns in Leipzig abgebrannt“, sagt Baumschinenhändler Ludewig. Er schätzt den Schaden an seinem Bagger samt der aufwendigen Bergung auf über 100.000 Euro gegen kriminelle Energie könne man die Technik einfach nicht schützen, einen Bagger abzufackeln sei, so Ludewig sinnfrei und dumm.

Abrissunternehmer Jörg Placht, der mit den Arbeiten auf dem Gelände beauftragt ist, berichtet, dass es bisher keine heiße Spur zum Brandstifter gibt. Die Belohnung in Höhe von 5000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, stehe aber weiterhin.

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