Mühlhausen. Drei junge Menschen gerieten in Mühlhausen in eine missliche Lage. Sie waren gefangen in einem Einkaufsmarkt. Polizei und Feuerwehr rückten an.

Am Morgen danach kann Lisa Illhardt (25) aus Mühlhausen schon wieder über die Schlagzeile schmunzeln, für die sie und ihre beiden Kumpel Lukas Attendorn (23) und Patrick Stertz (26) unfreiwillig gesorgt hatten: „Gefangen im 24-Stunden-Markt.“

Doch das, was in der Nacht zu Freitag in „Emmas Tag und Nacht Markt“ in Grabe passierte, jagte nicht nur den drei jungen Leuten einen gehörigen Schrecken, sondern rief auch Polizei und Feuerwehr auf den Plan. Schließlich stand sogar die für Samstag geplante Neueröffnung des Marktes auf der Kippe.

Am späten Abend hatte das Trio noch Lust auf eine Shoppingtour. „Mein Kumpel brauchte Brötchen“, sagt die Friseurin. Im Internet hatte sie gelesen, dass der 24-Stunden-Markt in Grabe öffnet. Doch leider – das gibt die junge Frau zu – hat sie den Text nicht bis zu Ende gelesen. Denn dann wäre ihr wohl aufgefallen, dass die Eröffnung erst in zwei Tagen ist.

Feuerwehr und Polizei rückten an. Schließlich konnte der Betreiber des Marktes die Türen öffnen.
Feuerwehr und Polizei rückten an. Schließlich konnte der Betreiber des Marktes die Türen öffnen. © Daniel Volkmann

Allerdings stand beim Eintreffen der drei gegen 21.30 Uhr auch kein Hinweis an der Eingangstür des Marktes. „Ich war felsenfest davon überzeugt, dass hier geöffnet ist.“ Mit ihrer Kundenkarte vom Markt der Kette in Altengottern gelang Lisa Illhardt und ihren Begleitern der Zutritt.

Dass noch nicht alle Regale befüllt waren und teilweise nicht ausgepackte Kartons herum standen, machte die jungen Leute schon etwas stutzig. Doch da war es bereits zu spät.

Die Brötchen waren eingepackt und an der Selbstbedienungskasse bezahlt. Das Dilemma zeigte sich am Ausgang. Die Schiebetür ließ sich nicht mit der Zugangskarte öffnen, denn die entsprechende Vorrichtung war noch nicht angebaut. Der Markt hielt die jungen Leute gefangen. Rund eine Stunde lang versuchten sie, auf sich aufmerksam zu machen und sich selbst zu befreien.

Polizei: „Uns fällt auch nichts mehr ein.“

„Mein Kumpel hat dann den Notruf der Polizei gewählt, die nach einer Viertelstunde auch da war“, so Illhardt. Verständigen konnten sich die Eingeschlossenen nur durch die geschlossene Glastür – mittels Notiz-Funktion des Handys. „Uns fällt auch nichts mehr ein“, soll ein Polizist nach einer ganzen Weile zurückgeschrieben haben. So wurden die Freiwillige Feuerwehr Grabe und die Mühlhäuser Berufsfeuerwehr hinzu gerufen mit Technik, um professionell die Türen zu öffnen.

Sirene und Blaulicht sorgten für Aufsehen im Dorf. Parallel machte die Polizei den Betreiber des Marktes ausfindig, der nur wenige Minuten vor der Feuerwehr eintraf. Er konnte das Trio aus seiner misslichen Lage befreien und verhinderte so, dass kurz vor der Eröffnung noch ein Schaden an den Türen entstand.

„Strafrechtlich ist hier nichts passiert, eingebrochen hat niemand. Deshalb werden wir keine Anzeige schreiben“, sagte ein Polizist am Abend.

Bis zur Eröffnung des Marktes war es ein Auf und Ab. Es gab immer wieder Terminverschiebungen. Die nächtliche Aktion setzte dem ganzen die Krone auf, meint Grabes Ortsbürgermeister Karsten Lutze (CDU). Der erwägte: „Vielleicht verbringe ich die letzte Nacht bis zur Eröffnung einfach hier.“