Bruchstedts Erosionsgebiet hat einen Brunnen

Bruchstedt.  Der Brunnen im Erosionsgebiet Bruchstedt wird zur Bewässerung von Neuanpflanzungen gebraucht und als Viehtränke bei der künftigen Schafbeweidung.

Olaf Bellstedt mit Hündin Amy (links) und Walter Montag an der neuen Wasserquelle, um die noch eine Umrandung gesetzt werden soll. Eigentümer des Brunnens ist die Gemeinde Bruchstedt, der auch das Erosionsgebiet gehört.

Olaf Bellstedt mit Hündin Amy (links) und Walter Montag an der neuen Wasserquelle, um die noch eine Umrandung gesetzt werden soll. Eigentümer des Brunnens ist die Gemeinde Bruchstedt, der auch das Erosionsgebiet gehört.

Foto: Sabine Spitzer

Die Brunnenbohrungen im Erosionsgebiet Bruchstedt waren erfolgreich. „Wir sind begeistert über die Wassermenge“, sagen der Vorsitzende des Fördervereins, Olaf Bellstedt, und sein Stellvertreter Walter Montag. Die Ergiebigkeit liegt bei rund 200 Litern pro Stunde. Allerdings musste 68 Meter tief gebohrt werden, tiefer als geplant.

„Den geologischen Aufschlusskarten zufolge wäre in 30 Metern mit Wasser zu rechnen gewesen“, so Bellstedt. Solche Differenzen seien üblich. Damit sind beim Brunnenprojekt die Kosten gestiegen. „Wir müssen weitere Mittel akquirieren“, berichten Bellstedt und Montag.

Der Brunnen wird benötigt, um die Bäume zu bewässern, die gepflanzt werden sollen, aber auch als Viehtränke. Denn der Verein plant eine Ganzjahresbeweidung mit Schafen, damit das Gelände nicht zuwuchert.

„Wir wollen von Fachleuten ein Nutzungskonzept erarbeiten lassen“, informieren Bellstedt und Montag. Wer die Kosten dafür trägt, das soll in dem Gespräch in der Staatskanzlei geklärt werden. Auch werde es bei dem Treffen darum gehen, wie Natur-, Denkmal- und Landschaftsschutz zusammengeführt werden können.

Denn die Richtlinien widersprechen sich zum Teil. Das Erosionsgebiet ist ein Naturdenkmal. Entstanden war es als Hochwasserschutz nach der Unwetterkatastrophe 1950, das Dorf zum Großteil zerstört wurde.

Die Muster-Anlage, nach deren Vorbild in der DDR weitere entstehen sollten, war in Vergessenheit geraten und erst vor einigen Jahren wiederentdeckt worden. 2019 gründete sich ein Förderverein, der es instand setzen und als als Lehr- und Schauobjekt etablieren will.

Während der Brunnenarbeiten hatten Mitglieder den Hinweis bekommen, dass es wenige hunderte Meter weiter in der Gemarkung ebenfalls einen Brunnen gebe. Rechtlich und technisch schließe sich jedoch dessen Nutzung aus, so Bellstedt und Montag.