Dachreparatur für Schönstedter Dorflädchen lässt auf sich warten

Schönstedt.  Um das Dach des Schönstedter Lädchens reparieren zu können, muss ein Bauantrag gestellt werden.

Die neuen Dachbinder für das Dorflädchen in Schönstedt liegen seit Donnerstag bereit.

Die neuen Dachbinder für das Dorflädchen in Schönstedt liegen seit Donnerstag bereit.

Foto: Susan Voigt

Der Landmarkt in Schönstedt kann vorerst noch nicht zurück in die alten Geschäftsräume in der Schulstraße ziehen. Die Reparatur des Daches lässt weiter auf sich warten, obwohl laut Bürgermeister Egbert Zöllner (parteilos) Gefahr im Verzug sei. Die vordere Seite des Daches sei akut einsturzgefährdet, sagt er.

Das Problem: Weil nicht nur zwei, sondern gleich zwölf Dachbinder ausgetauscht werden müssen, handele es sich bei der nötigen Baumaßnahme nicht mehr um eine Sanierung. Es braucht laut Baubehörde des Landkreises einen entsprechenden Bauantrag und den Bericht eines Prüfstatikers. Beides wolle man in den nächsten Tagen einreichen, sagt Zöllner.

Was die Gemeinde selbst zur Vorbereitungen der Baumaßnahme beitragen konnte, ist bereits geschehen. So steht zum Beispiel schon fest, wer die Arbeiten am Dach übernimmt. Die Zimmerei Müller aus Bad Langensalza setzte sich gegen zwei andere Unternehmen durch. Der Vergabe stimmte auch der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu. Etwa 37.000 Euro veranschlagt der Betrieb für die neue Dachhälfte. Auch der Statiker war bereits am Werk und legte 93 Seiten Bericht vor, die nun noch von einem Prüfstatiker durchgesehen werden müssen.

Auch die neuen Dachbinder liegen für den Einbau bereit. „Die haben wir schon vor einiger Zeit bestellt, damit es gleich los gehen kann, wenn wir die Genehmigung haben“, sagt Zöllner. Dass allerdings immer noch nicht absehbar ist, wann die Bauarbeiten beginnen können, das frustriert den Bürgermeister, wie er selbst sagt. „Ich dachte einfach, dass sowas schneller gehen muss, wenn Gefahr im Verzug ist.“

Keine Nutzungsänderung für Schenke beantragt

Beinahe täglich habe er beim Bauamt angerufen, nach dem aktuellen Stand gefragt und Vorschläge zur Beschleunigung eingebracht – das alles half bisher aber wenig. „Ich weiß nicht, ob wir warten sollen, bis das Gebäude genauso endet wie die Schulturnhalle“, so Zöllner. Dort war das Dach im August eingestürzt.

Im Gebäude sind neben dem Dorflädchen auch noch eine Ergotherapie-Praxis und einige Vereinsräume untergebracht. Als Egbert Zöllner die Schäden am Dach zufällig entdeckte, ging er zunächst von zwei gebrochenen Dachbindern aus. Letztendlich stellte sich heraus, dass alle zwölf Holzträger dringend ausgetauscht werden müssen.

Das Lädchen zog provisorisch in die Schönstedter Schenke um. Weil der Umzug allerdings schnell gehen musste, versäumte man es, eine Nutzungsänderung der Schenke beim Landratsamt zu beantragen. Die Behörde mahnte nun einen entsprechenden Antrag inklusive Brandschutzkonzept an. Kommt das nicht, müsse das Lädchen geschlossen werden, so Zöllner.

Dasselbe Problem kam auch im Gebäude in der Schulstraße ans Licht. Die Räume dort sind eigentlich nur für die Nutzung von Vereinen bestimmt. Für die Ergotherapie-Praxis gibt es keine offizielle Genehmigung. „Wir haben viel zu tun“, sagt Egbert Zöllner.

Der Bürgermeister hofft, dass mit den Bauarbeiten spätestens in 14 Tagen begonnen werden kann. Allerdings glaube er nicht daran, dass es damit getan ist. „Wir haben ja bisher nur die eine Seite des Dachs angeschaut“, sagt er. Wie es um die andere Seite bestellt ist, müsse noch geprüft werden.