Der weiße Fleck auf der Landkarte des Männerfußballs

Schlotheim  SSV 07 Schlotheim zieht seine Elf frühzeitig aus der Landesklasse II zurück. Priorität haben die A-Junioren mit dem angestrebten Aufstieg in die Regionalliga

Auftritte des SSV 07 Schlotheim (schwarz) in der Fußball-Landesklasse II der Männer gehören vorerst der Vergangenheit an.

Auftritte des SSV 07 Schlotheim (schwarz) in der Fußball-Landesklasse II der Männer gehören vorerst der Vergangenheit an.

Foto: Klaus Dreischerf

Wenn ein traditionsreicher Standort von der Landkarte des Thüringer Männerfußball zunächst verschwindet, ist das immer eine traurige Tatsache. Der SSV 07 Schlotheim bestritt seine Abschiedssaison im Männerbereich und wird in näherer Zukunft nur noch in den Nachwuchsligen präsent sein. Und das darf man durchaus bedauern.

Zeichneten sich Schlotheimer Teams in der Vergangenheit eher durch Kompaktheit und Kampfstärke aus, waren in der Saison 2018/19 die Spiele der Seilerstädter durchaus ansehenswert. Hauptgrund war der Einsatz talentierter Jugendspieler aus dem angeschlossenen Sportinternat. Die technisch glänzend ausgebildeten Talente gaben dem Spiel der Schlotheimer eine spielerische Note, die an der Weberstrasse zuvor weniger zu sehen war.

Genau in diesem Einsatz der Youngster lag am Ende auch das Problem des Vereins. Oft mussten 17- oder 18-jährige Spieler am Wochenende zwei Spiele bestreiten, das auf Dauer nicht gut gehen konnte. Zudem lag der Fokus des Vereins frühzeitig auf den Juniorenteams. Während dort mit Benjamin Gaßmann, Harald Fritz und Sascha Reuter ausgebildete Lizenztrainer coachten, wurde die Herrenmannschaft nach dem Rückzug von René Fernschild von einem Spielertrio um Kapitän Haase trainiert. Einen Abstiegskampf gab es für den SSV 07 ohnehin nicht, die Entscheidung zum Rückzug der Herren fiel relativ früh. Umso bemerkenswerter sind die 26 Punkte, mit denen man regulär die Klasse gehalten hätte, geteilt in jeweils 13 Punkte in Hin- und Rückrunde. So waren die Schlotheimer bis zum Schluss ein engagierter und unangenehmer Gegner.

Die 51 erzielten Treffer waren nicht schlecht, man traf häufiger als der Tabellenneunte SC Leinefelde. Bester Schütze war Nando Fernschild mit acht Treffern vor Sascha Reuter (7), Tobias Sauerbier ( 6) und Cacey Bönisch sowie Tom Fränkel mit fünf Toren. Die Männerspieler verschlägt es nun „in alle Winde“. Während Fernschild, Reuter und Bönisch im Rahmen der Vereinskooperation für den Verbandsligisten Preußen Bad Langensalza auflaufen, zieht es Fränkel zu seinem Stammverein Union Mühlhausen. Sauerbier kann noch weiter in der Schlotheimer A-Jugend spielen, die Defensivstrategen David Daniel und Paul Langer gehen nach Großengottern

. Für den SSV 07 Schlotheim hat das große Ziel des Regionalligaaufstiegs der A- Junioren absolute Priorität, die Aufgabe ist durch das erneute Scheitern von Wacker Nordhausen in der vorigen Saison nicht leichter geworden. Immerhin können sich die jungen Talente jetzt voll auf ihr Nachwuchsteam konzentrieren, das permanente Aushelfen im Männerbereich sollte damit der Vergangenheit angehören.

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