Tierischer Helfer für Hannes aus Mühlhausen

Mühlhausen.  Der kleine Hannes aus Mühlhausen will selbstständiger werden. Mit einem Therapiehund wäre das möglich. Doch die Ausbildung kostet 30.000 Euro.

Hannes wünscht sich einen Hund, der ihn im Alltag unterstützen kann. In einem speziellen Hundezentrum machte der Sechsjährige bereits erste Bekanntschaft mit den Tieren.

Hannes wünscht sich einen Hund, der ihn im Alltag unterstützen kann. In einem speziellen Hundezentrum machte der Sechsjährige bereits erste Bekanntschaft mit den Tieren.

Foto: Ullrich Zander

Hannes ist ein aufgeweckter kleiner Junge von sechs Jahren, der gerne mit Matchbox-Autos spielt und am liebsten Schokobrötchen zum Frühstück isst. Selbstständig laufen aber kann Hannes nicht. Von Geburt an hat der 6-Jährige vor allem mit der Motorik große Schwierigkeiten. Auch geistig ist er entwicklungsverzögert.

Bereits während der Schwangerschaft entdeckten Ärzte Wassereinlagerungen in Hannes’ Kopf, sein Kleinhirn ist kleiner als es sein sollte und die beiden Gehirnhälften sind nicht wie üblich mit dem sogenannten Balken miteinander verbunden, sondern verschmelzen ineinander. Umstände, die dem Kind Probleme machen. „Trotzdem ist er ein pfiffiges Kerlchen“, sagt seine Mutter, Christine Spallek.

Eben weil Hannes ein pfiffiges Kerlchen ist, will die Mühlhäuserin ihrem Sohn mehr Selbstständigkeit ermöglichen. Durch eine Arbeitskollegin kam sie auf die Idee, dass ein speziell ausgebildeter Hund dabei helfen könnte. Christine Spallek machte sich kundig und gelangte an das WZ-Hundezentrum in der Nähe von Rostock, in dem Therapie- und auch Assistenzhunde speziell für Menschen mit Behinderungen ausgebildet werden. Kurzerhand machte sie einen Termin und fuhr mit Hannes nach Rostock.

Hund kann beim Aufstehen helfen oder beim Laufen unterstützen

Ullrich Zander, der Leiter des Hundezentrums, schaute sich Hannes an und beobachtete genau, wie der Junge auf Tiere reagiert. „Alles passte“, berichtet Christina Spallek.

Seit dem Besuch hat Hannes nun eine genaue Vorstellung, wie sein Hund aussehen soll: Groß, braun und auf jeden Fall männlich – Socke soll er heißen. Für seine Mutter ist es vor allem wichtig, dass der Hund Hannes im Alltag unterstützt.

Möglich ist vieles. So könnte der Hund zum Beispiel beim Aufstehen helfen und mit einem speziellen Geschirr beim Laufen unterstützen, ohne dass ein Erwachsener eingreifen muss. Eine Eigenheit von Hannes ist es, sich in aufregenden Situationen zu verkrampfen, so dass Knochen knacken und Zähne knirschen. Auch hier erhofft sich Mutter Christina Hilfe von dem Vierbeiner: „Ein Tier tut gut, wenn es einfach nur da ist“, sagt sie. Das Problem: Die Ausbildung eines solchen Assistenzhundes kostet etwa 30.000 Euro. Geld, das die alleinerziehende Mutter alleine niemals aufbringen kann, wie sie selbst sagt.

Deshalb will sie eine Spendenaktion starten und hofft auf viele Menschen, die Hannes dabei helfen wollen, selbstständiger zu werden.

Hund bekommt fundierte Ausbildung

Wenn das klappt, kann der Hund in etwa zwei Jahren bei Familie Spallek einziehen. Der wird speziell für Hannes ausgesucht und ausgebildet. Zunächst müssen Tier und Mensch sich kennenlernen, um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Dann geht der Hund in eine einjährige Grundausbildung, in der er alles lernt, was ein Hund so können muss. Um sicher zu gehen, dass das Tier seinem Menschen auch ein Hundeleben lang zur Seite steht, folgt ein umfangreicher Gesundheitscheck. Ist der geschafft, geht es in die Spezialausbildung. Dort lernt der Hund alles, womit er Hannes helfen kann: Dinge aufheben, Türen öffnen, eine Stütze sein.

Ein langer und vor allem kostspieliger Weg, den Familie Spallek aber unbedingt gehen möchte, um Hannes ein kleines bisschen mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Wer Hannes unterstützen möchte, kann eine Email an folgende Adresse schicken: assistenzhundhannes@gmx.de.