Ein ungleiches Paar mischt in Mühlhausen den Saal auf

Mühlhausen.  Das Erfurter Kabarett Die Arche gastierte mit „Wir gehen flöten“ in Mühlhausen. Es war die erste Veranstaltung im Puschkinhaus seit März.

Julia Maronde und Dominique Wand spielten im Puschkinhaus ein ungleiches Paar.

Julia Maronde und Dominique Wand spielten im Puschkinhaus ein ungleiches Paar.

Foto: Michael Fiegle

„Wenn es um eines geht im Leben, dann ist es der Spaß!“, sang Dominique Wand. Gemäß dieser Devise hatten 60 Kabarettfans im Puschkinhaus Freitagabend gut zwei Stunden wieder viel zu lachen. Der große Saal, der sonst 300 Plätze bietet, war damit ausverkauft.

Der Gesundheitsschutz beschränkte auch diese Veranstaltung – die erste seit März des Puschkinhaus-Betreibers Priorat für Kultur und Soziales. Für den Luftaustausch (und Kälte im Saal) sorgte Stoßlüften. Dominique Wand und Julia Maronde vom Erfurter Kabarett Die Arche mimten zwei Unbekannte, die sich in einem vollen Hotel ein Zimmer teilen müssen, und dann haben sie auch noch zwei vollkommen verschiedene Charaktere.

Sie sucht Arbeit, er ist ein Macher

Sie ist auf Arbeitsuche, beschreibt sich als „positive Person“, die Karriere machen will, Vertrauen hat, jeden Tag Wunder erlebt und immer bereit ist, Opfer zu bringen, sich zum Beispiel sterilisieren zu lassen, wenn sie einen Job haben möchte.

Er hingegen nennt sich einen „Macher, einen Leader, eine Führungsperson“, einen „mit Ahnung von High Potential“, der ständig „under pressure“ steht, der sich gegen die Erderwärmung ein Sonnensegel fürs Anwesen anschafft.

Beide haben zu kämpfen: Um als Assistentin einer Nagetier-Psychotherapeutin anzufangen, muss sie einen festen Wohnsitz aufweisen. Dafür braucht sie aber einen Arbeitsvertrag. Er sieht den Kampf gegen den Klimawandel so: „Wenn die letzte Tanke geschlossen hat, werdet ihr merken, dass die Grünen nachts kein Bier ausschenken!“

Publikum ist durchweg gut gelaunt

Dann kommen sich die beiden doch näher. Mehrere Songs, begleitet von Andreas Kuch am Piano und Robert Willeke am Schlagzeug, sowie ein Sketch mit SUV-Fahrer Mirko und Barmann Andi lockerten den Drei-Akter auf. Das Publikum zeigte sich durchweg gut gelaunt.

Mit einer Veranstaltung im Monat fällt das Herbst-Programm des Puschkin-Hauses reduziert aus. Vom 27. Dezember bis 9. Januar ist zu, der Silvesterball fällt aus.