Eine Frage der Wertschätzung

Mühlhausen.  Rund 60 junge Touristiker sowie Lehrlinge aus der Gastronomie suchen in Mühlhausen nach dem Tourismus von morgen.

Anne-Katrin Ibarra Wong (links) von der Welterberegion und Carina Trommer vom Wirtschaftsministerium waren Workshop-Leiter beim Barcamp Tourismus in Mühlhausen.  

Anne-Katrin Ibarra Wong (links) von der Welterberegion und Carina Trommer vom Wirtschaftsministerium waren Workshop-Leiter beim Barcamp Tourismus in Mühlhausen.  

Foto: Claudia Bachmann

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Es sind nicht immer nur Worte. „Manchmal fühlen wir uns schon mit Blicken respektlos behandelt.“ Das sagt eine junge Frau, die in einem großen Thüringer Hotel arbeitet, das aufgrund seiner Ausrichtung auch zahlreiche gut situierte Herrschaften bewirtet.

Die Themen Respekt und Wertschätzung, aber auch Arbeitszeiten, Fachkräftegewinnung und Digitalisierung gehörten zu den Hauptpunkten im „Barcamp Tourismus“, zu dem am Dienstag rund 60 Lehrlinge und Studenten aus Tourismus und Gastronomie – dazu zählten auch Restaurant und Küche – sowie erfahrene Touristiker in Mühlhausens Brauhaus zum Löwen zusammenkamen.

„Qualität, Service, gute Arbeitsbedingungen und gutes Personal sind Dauerthemen im Thüringer Tourismus“, meint Olaf Dirlam; er ist Referatsleiter im Thüringer Wirtschaftsministerium und gehörte zu den Organisatoren des Tages. Mit dem „Barcamp Tourismus“ will das Ministerium die junge Generation aus Hotellerie und Gastronomie an den Tisch holen, um mit ihnen über den Tourismus von morgen zu sprechen, Ideen zu diskutieren und Lösungen zu erarbeiten. „Die Jugendlichen treffen ganz bewusst die Entscheidung für einen Beruf in Tourismus und Gastronomie; aber sie haben auch ganz bestimmte Erwartungen an den Ausbildungsbetrieb, an die Kollegen und die Gäste“, meint Dirlam und fordert, dass die Industrie- und Handelskammer durchaus die Reißleine ziehen muss, wenn Unternehmen den Ausbildungsstandards nicht gerecht werden.

Dass Kommunikationsprobleme in vielen Unternehmen zu finden sind, wurde in der Runde deutlich. „Viele Informationen schaffen es nicht bis in die andere Abteilung.“ Und: Vor allem in ganz kleinen Betrieben käme es viel zu kurz, sich mal zum kurzen Austausch zusammenzusetzen. „Da sind alle den ganzen Tag mit ihrer Arbeit am Gast gebunden“, hieß es.

Ein „Barcamp“, wie das vom Wirtschaftsministerium organisierte, hat nichts mit der Bar in einem Hotel zu tun: Es ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt werden.

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