Ex-Postler gibt Wissen weiter

Nordhausen  Nach seiner Rückkehr zu Hydro Nordhausen nimmt sich Tischtennisspieler Andreas Wenzel dem Nachwuchstraining an

Gespannt lauschten die Kinder den Ausführungen von Andreas Wenzel (rotes Trikot). Der Lehramt-Student will mehrfach Trainingslager abhalten. Fotos (2): Christoph Keil

Gespannt lauschten die Kinder den Ausführungen von Andreas Wenzel (rotes Trikot). Der Lehramt-Student will mehrfach Trainingslager abhalten. Fotos (2): Christoph Keil

Foto: Christoph Keil

Jahrelang schlug Andreas Wenzel für den Post SV Mühlhausen auf, spielte unter anderem in der 3. Bundesliga. Nach der abgelaufenen Saison entschied er sich jedoch für eine Rückkehr zu seinem Heimatverein Hydro Nordhausen. Dort ist er aber nicht nur als Topspieler für die Thüringenliga geplant, die in der kommenden Spielzeit unter anderem gegen Post II antritt. Der einstige Schüler des Erfurter Sportgymnasiums gibt sein Wissen nun an den Nachwuchs aus dem Landkreis weiter.

Denn Wenzel ist bei seinem neuen alten Club Nachwuchsleiter. „Für uns war es der Start in die Saison und zugleich ein Projektstart, weil wir in Nordhausen den Nachwuchs weiter fördern wollen. Das soll auch keine einmalige Geschichte gewesen sein. Unser Ziel ist es, eine Veranstaltung in dieser Form drei- bis fünfmal in der Saison durchzuführen“, so Wenzel.

Bevor es an die Tische ging, war Warmmachen angesagt. „Lauft nicht so schnell los, sonst seid ihr nach zwei Minuten kaputt“, riet Wenzel zu einem langsamen Einstieg. Seine „Schützlinge“ hielten das Tempo hoch und kamen ordentlich ins Schwitzen. Da wurde es auch mal lustig, als sie nacheinander erst auf der Innenseite und dann auf der Außenseite ihrer Schuhe gehen sollten. „Konzentriert euch, macht langsam und seid vorsichtig, nicht das einer von euch umknickt.“ Nach dem kleinen Programm wurde jedem Trainer ein bis zwei Nachwuchsspieler zugeteilt. Wenzel hatte sich für die erste Übung den Vorhand-Topspin auf Ober- und Unterschnitt rausgesucht.

Mittels Schattentraining wurde der genaue Ablauf simuliert. Der Ball blieb außen vor. Noch. Die Grundstellung wurde eingenommen: linkes Bein leicht vor dem rechten, die Schlägerspitze hüfthoch nach außen zur Stirn führen und das Gewicht vom rechten auf den linken Fuß verlagern. Erst etwas langsamer, dann wurde es in der Bewegung ein bisschen dynamischer und schneller. „Die Technik bleibt trotzdem sauber“, rief Wenzel den Kindern zu. Für ihn ist diese Form der Einführung am besten. „Durch das Schattentraining bekommt das Gehirn und der Körper eine erste Vorstellung, wie ich mich bewegen muss. Kommt der Ball zu schnell dazu, dann fehlt die Technik und man schlägt den Ball einfach nur weg.“

Nach den trocknen Übungen kam nach einer guten halben Stunden auch endlich der kleine, weiße Ball hinzu. Wenzel zeigte und beobachtete, ob die Kinder alles richtig machten. Einige hielten den Schläger zu weit unten. Dann griff er sofort ein, korrigierte und zeigte, wie es richtig auszusehen hatte. „Das ist ganz wichtig für die Kinder, dass sie schnellstmöglich eine Rückmeldung bekommen, wenn sie einen Fehler in der Technik oder Beinarbeit machen. Hat sich einmal eine falsche Technik eingeschlichen, dann ist sie nur schwer aus dem Kopf wieder rauszubekommen.“ Also wurde vorgesorgt, genau hingesehen und erklärt.

Wenzel zeigte sich nach dem Projektstart erleichtert: „Das Fazit fällt sehr positiv aus. Man hat schon gesehen, dass einige talentierte Kinder dabei waren. Bei Fabienne sehe ich, dass sie Potenzial hat.“ Nun gilt es die Inhalte mit ins tägliche Vereinstraining zu nehmen, um sie dort weiter zu festigen. „Wenn wir uns das nächste Mal treffen, dann werde ich die Übung aus der ersten Runde mit aufgreifen und dann wieder einen Schritt weitergehen“, sagte Wenzel, der wie Fabienne mit vier Jahren zum Tischtennis kam.

Als Platte diente der Stubentisch. „Als Netz haben wir alte Videokassetten genommen, ich wurde auf den Stuhl gesetzt und habe gegen meine Großeltern und meinen Vater gespielt. Mit sechs Jahren habe ich dann beim TTV angefangen“, erzählte Wenzel, der seit vergangenem Jahr in Jena Lehramt studiert.

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