Faschingsferienprogramm in Mühlhäuser Museum

Mühlhausen.  Die Erst- und Viertklässler der Margaretenschule besuchen das Faschingsprogramm im Mühlhäuser Museum

Begleitet von Museumspädagogin Steffi Maass, entdeckten Grundschüler der Margaretenschule das Thema Fasching.

Begleitet von Museumspädagogin Steffi Maass, entdeckten Grundschüler der Margaretenschule das Thema Fasching.

Foto: Frances Theres Beier

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„Acht Wochen keine Schokolade essen, so lang?“ Was das Thema Fasten mit der Faschingszeit zu tun hat, wissen die zwölf Jungen und Mädchen der Margaretenschule nicht. Und so blicken im Kulturhistorischen Museum am Kristanplatz 24 Augenpaare fragend zu Steffi Maass. Sie ist Museumspädagogin der Mühlhäuser Museen und kümmert sich um das Kinderferienprogramm. „Das bedeutet, dass ihr von Aschermittwoch bis Ostern auf Sachen verzichtet, die ihr gern habt“, erklärt sie. „Auch kein Fernsehen“, tuscheln die Jungen und Mädchen, die auf den Treppenstufen im Museumsgebäude sitzen.

„Wusstet ihr, dass der Fasching auch als fünfte Jahreszeit bezeichnet wird? Wer kennt denn schon die Jahreszeiten“, fragt Steffi Maass weiter. Jetzt schnellen die Arme der Erst- bis Viertklässler blitzschnell in die Höhe. „Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter“, zählt eine zarte Stimme sehr gewissenhaft auf, um auch keine der gelernten Jahreszeiten zu vergessen.

Mühlhäuser Museen machen Faschingsprogramm

Für die Faschingsferien-Kinder geht es jetzt in die Dauerausstellung „Kunstland Thüringen“. Das Ferienprogramm „Faschingsbasteln im Museum“ läuft bereits seit dem 11. Februar. Laut Maass war es bisher sehr gut besucht. Die Idee dahinter sei, mit den Kindern auf Spurensuche zu gehen und dabei zu schauen, in welchen Bildern der Faschingsaspekt zu finden sei, so Susann Backhaus verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Museum.

Steffi Maass führt die Kinder zum ersten Bild. Die Schülertraube fängt an zu kichern. „Die sind ja nackig.“ „Ja, die tragen das Adamskostüm.“ Die Mädchen und Jungen blicken mit großen Augen in die Runde. Und Maass erklärt ihnen, dass das Adamskostüm bedeute, dass jemand keine Kleidung trägt.

Beim nächsten Bild geht es um Berufskleidung. Jetzt wird gefragt, was es denn für Berufe gebe und als was sich die Kinder schon verkleidet hätten. Die Jungen und Mächen rufen durcheinander. Bis Steffi Maass die Frage stellt, welchen Beruf sie auf dem Bild überhaupt erkennen. Alle sind sich einig, dass sie einen traurigen Bäcker sehen. „Aber warum ist der so dünn, wenn der immer viel Brot hat?“, fragt eines der Mädchen und stützt die Hände in die Hüfte. Plötzlich sind sich alle Kinder einig. „Ja warum ist der so dünn?“ Steffi Maass erklärt Ihnen, dass die Menschen zu dieser Zeit nicht viel zum Essen hatten und der „Bäckerjunge“ von Oswald Baer deshalb so dünn aussieht und traurig guckt.

Weiter geht es zu den nächsten Bildern. Sie zeigen eine Dame im pinken Kostüm und Kinder, die Fasching feiern. Aufmerksamkeit erregt jedoch das Bild von Otto Dix mit dem Titel „Masken I“, worauf der Sensenmann zu sehen ist. Sofort herrscht wieder Einigkeit unter den Kindern: Sie wollen jetzt ihre eigenen Faschingsmasken basteln. Und die sollen nicht so böse aussehen, wie das Gesicht vom Sensenmann.

Zusammen sitzen die Kinder um einen großen Tisch herum. An jedem Platz liegen Schere, Kleber und viele bunte Stifte. Die Mädchen und Jungen bekommen einen Pappteller, aus dem sie sich selbst eine Maske basteln sollen.

Das nächste Ferienprogramm startet in den Osterferien. Dann können die Kinder Skulpturen aus Holz und Draht basteln.

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